Tokio (JAPANMARKT) – Ungeachtet guter Jahresergebnisse setzen Japans drei große Finanzgruppen auf Einsparungen. Das trifft vor allem ihre Filialnetze in Japan.

Gute Jahreszahlen

Die drei Megabanken haben ein weiteres Jahr Negativzins überraschend gut überstanden, allerdings vor allem dank gesunkener Kreditausfallkosten sowie Buchgewinne ihrer Dividendenpapiere durch die Hausse am Aktienmarkt.

Dadurch konnten Marktführer Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) und Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG), die Nummer 3 in der Bilanzsumme, mit einem Nettogewinn von 989,7 Milliarden Yen (7,6 Milliarden Euro) bzw. 734,4 Milliarden Yen (5,6 Milliarden Euro) besser als im Vorjahr abschneiden. Bei Mizuho Financial Group ging der Nettogewinn dagegen um 4,4 Prozent auf das Fünfjahrestief von 576,5 Milliarden Yen (4,4 Milliarden Euro) zurück.

Skeptischer Ausblick

Für das im April begonnene Geschäftsjahr erwartet MUFG einen Gewinn von 850 Milliarden Yen (-10,5 Prozent), SMFG von 700 Milliarden Yen (-4,7 Prozent) und Mizuho von 570 Milliarden Yen (-1,1 Prozent). MUFG und SMFG besänftigen ihre Aktionäre mit einem Aktienrückkauf für bis zu 50 Milliarden Yen beziehungsweise 70 Milliarden Yen.

Trotz der relativ guten Geschäftszahlen machen sich die Megabanken jedoch wenig Illusionen über ihre Perspektive in einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft. Zusammen mit dem Negativzins der Notenbank führt dies bei ihren Geschäftsbanken zu sinkenden Nettozinseinkommen. Bei SMFG zum Beispiel fiel diese Summe um 22 Prozent auf 707,3 Milliarden Yen.

Kostenkürzung im Retail-Banking

Daher wollen alle drei Finanzgruppen vor allem die hohen Kosten ihres Publikumsverkehrs in Japan senken, um die steigenden Ausgaben ihrer Expansion ins Ausland aufzufangen. Ihre japanischen Filialen stehen bisher oft in teuren Lagen und beschäftigen wegen ihrer umständlichen Bürokratie viele Mitarbeiter.

Doch nun steht die Halbierung der Zahl der konventionellen Filialen im mittelfristigen Geschäftsplan von MUFG, der mit der Bilanz vorgestellt wurde. Die Gruppe mit ihren weltweit 150.000 Mitarbeitern setzt auf eine verschärfte Digitalisierung. Die Zahl der Online-Nutzer soll in sechs Jahren um das Dreifache auf zwölf Millionen wachsen. Außerdem werden Hauskredite auch online vergeben und die Produktivität durch künstliche Intelligenz und Roboter erhöht.

Günstigere Standorte für Filialen

Auch Mizuho, die ertragsschwächste der drei Megabanken, will im Retail-Bereich schrumpfen. Jede fünfte Filiale soll bis 2025 schließen und die Belegschaft im gleichen Zeitraum um 14.000 sinken. Das soll die Kosten um mehr als 100 Milliarden Yen (763 Millionen Euro) drücken.

SMFG als dritte Megabank im Bunde will zwar keine ihrer 430 Filialen schließen, aber bis März 2020 deren Größe und Mitarbeiterzahl verkleinern und sie an weniger teure Standorte verlegen. Dadurch soll ein Fünftel der bisherigen Kosten – rund 30 Milliarden Yen – eingespart werden. Außerdem hat sich SMFG mit der Daiwa Securities Group auf eine Fusion ihrer Sparten für Asset Management in Japan verständigt – ebenfalls aus Effizienzgründen.

Foto: Bankfiliale von MUFG (Wikipedia CC BY-SA 4.0)