Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der globale Expansionshunger der japanischen Modemarke Uniqlo ist ungebrochen. Ein Fokus bleibt Asien, aber auch in Deutschland sind neue Geschäfte geplant.

Indien und Philippinen

Nach den für den Herbst dieses Jahres angekündigten ersten Geschäften in Schweden und den Niederlanden legt Uniqlo nun noch einen zweiten Fokus auf seinen mit China und Japan bisher wichtigsten Markt Asien. Im Abstand weniger Tage kündigte der Uniqlo-Mutterkonzern Fast Retailing den Markteintritt in Indien sowie den Philippinen an.

Das erste Flaggschiffgeschäft in Indien soll 2019 in Neu-Delhi eröffnen. Die Suche nach einer geeigneten Verkaufsfläche und Mitarbeitern ist bereits angelaufen. Was lange währt, wird nun endlich gut: Denn schon vor gut sieben Jahren hatte Uniqlo erstmals über ein Indien-Geschäft nachgedacht. Im Nachbarland Bangladesch ist Uniqlo nämlich schon länger vertreten. Dort baute man als Entwicklungshilfeprojekt für die einheimische Textilwirtschaft eine komplette Lieferkette auf.

Langer Anlauf in Indien

Ursprünglich sollte der Indienstart von Uniqlo bereits in diesem Jahr stattfinden. Der Antrag auf eine Geschäftseröffnung war bereits im November erfolgt. Dabei wollte man zunächst mit einem lokalen Partner beginnen, da die Regierung vorschrieb, mindestens 30 Prozent des Materials von kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Indien einzukaufen.

Aber auf diese Auflage für Retail-Unternehmen mit Einzelmarke wird inzwischen verzichtet. Deswegen schwenkte Uniqlo auf die Gründung einer eigenen hundertprozentigen Tochtergesellschaft in Indien um. Konzernchef Tadashi Yanai sprach von einem „wichtigen Schritt in der globalen Strategie des Unternehmens“. Schließlich sind auch die Rivalen Zara, Forever 21 und H&M bereits in Indien vertreten.

Das erste Flaggschiffgeschäft von Uniqlo in den Philippinen soll im Herbst oder Winter dieses Jahres kommen. Als Standort wurde die Finanzstadt Makati City im Großraum Manila gewählt. Mit einer Verkaufsfläche von 4.100 Quadratmetern soll es die größte Uniqlo-Dependance in Südostasien werden. „Die Region und die Philippinen sind für die Marke ein Schlüsselmotor für das globale Wachstum“, teilte das Unternehmen mit.

Expansion auch in Deutschland

In Deutschland will Uniqlo sich offenbar ebenfalls erweitern. Nach den vier Filialen in Berlin und einem Store in Stuttgart steht nun angeblich Westdeutschland auf dem Programm. Nach Informationen der „Immobilienzeitung“ hat Uniqlo in Köln ein Geschäft in der Hohen Straße angemietet.

In Düsseldorf wollen die Japaner noch in diesem Jahr als Nachfolger von Gerry Weber in die Schadowstraße ziehen. Köln und Düsseldorf wären insofern überraschend, als dass Uniqlo-Gründer Yanai vor zwei Jahren Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart als neue Standorte genannt hatte. Davon wurde bisher nur Stuttgart realisiert.

Foto: Entwurf für Flaggschiffgeschäft in Manila (Fast Retailing)