Tokio (JAPANMARKT) – Japans größter Getränkehersteller Suntory nimmt zwei begehrte japanische Sorten von gereiftem Whisky vom Markt. Das kommt nicht ganz überraschend.

Whisky mit Altersangabe

Ab Juni wird der Verkauf des zwölf Jahre alten Single Malt Hakushu 12 eingestellt, ab September wird auch der 17 Jahre alte Blended Whisky Hibiki 17 aus den Regalen genommen. Der Whiskyriese begründet den Schritt damit, dass man die Reserven schonen wolle. Im japanischen Internet (Rakuten) werden die beiden Waren derzeit für rund 23.000 Yen (175 Euro) bzw. 30.000 Yen (229 Euro) angeboten.

Kenner von japanischem Whisky hatten einen solchen Schritt jedoch schon länger erwartet. Suntory hatte die Verkaufsmenge bereits vor zwei Jahren um ein Fünftel verringert. Seitdem dürfen die eigenen Mitarbeiter den Whisky aus ihrem Haus nicht mehr kaufen und trinken. Nicht einmal Firmenchef Takeshi Niinami schenkt sich mehr ein Glas seiner Spitzenmarke Hibiki ein.

Fernsehserie und Auszeichnungen

Noch länger leidet der andere große Hersteller Nikka – im Besitz des Getränkekonzerns Asahi – unter diesen Nöten. Nach einer Fernsehserie über den Vater des japanischen Whiskys, Masataka Taketsuru, den Gründer von Nikka, 2014 explodierte die japanische Nachfrage nach Nikka-Whisky. Bald wurden alle Single Malts mit Altersangabe aus dem Verkauf genommen. Dadurch erhält die Brennerei mehr Freiraum beim Abmischen von neuen Sorten.

Dank zahlreicher Auszeichnungen für japanischen Whisky ist inzwischen auch das Ausland auf den Geschmack gekommen. Dadurch ist die Nachfrage weit über das Angebot hinaus gestiegen. Denn die japanischen Whiskybrennereien haben keine Reserven gebildet. Nach dem Verbrauchshoch in den 1980er Jahren war ihre Verkaufsmenge um drei Viertel eingebrochen. Entsprechend wurde die Produktion über zwei Jahrzehnte heruntergefahren, so dass man heute nicht mehr genug gereiften Whisky zur Verfügung hat.

Foto: Japanischer Whisky von Suntory (flickr/Daiji Hirata CC BY-ND 2.0)