Tokio (JAPANMARKT) – Japans größter Stromkonzern will effizienter werden. Dafür dient Japans größter Autobauer als Vorbild.

Stetige Verbesserung

Bereits seit drei Jahren setzt The Tokyo Electric Power Company, in Japan als „To-den“ und außerhalb des Landes unter dem Namen „Tepco“ bekannt, auf das Prinzip der ständigen Verbesserung, kaizen genannt. Dabei werden Prozesse und Produkte in kleinen Schritten besser gemacht. Perfektioniert wurde diese Arbeitsphilosophie von Toyota.

Deswegen holte sich Tepco 2015 auch den früheren Toyota-Manager Susumu Uchikawa. Als Sonderberater sollte er Tepco helfen, die Produktivität der Kraftwerke und damit auch Umsatz und Gewinn zu erhöhen. Dadurch sollte der Stromriese es besser schaffen, die Sanierung für das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu bezahlen. Die Kosten werden auf 16 Billionen Yen (122 Milliarden Euro) geschätzt.

Mit Hilfe von kaizen-Maßnahmen gelang es Tepco nach Angaben der Finanzzeitung „Nikkei“, die Inspektionszeit für einen Stromgenerator im Kohlekraftwerk Hirono in der Präfektur Fukushima von bislang 141 Tagen auf 75 Tagen zu verkürzen. Dadurch sei der Gewinn im Jahr 2016 um mehrere Milliarden Yen gestiegen.

Schwarze Zahlen für Dividende

„Unsere Mission besteht darin, Gewinn zu erwirtschaften und an die Gesellschaft zurückzugeben“, erklärte Tepco-Chairman Takashi Kawamura laut dem „Nikkei“-Bericht auf einem kaizen-Forum des Unternehmens. Dort erläuterten Vertreter verschiedener japanischer Unternehmen ihre kaizen-Initiativen für mehrere hundert Manager und Angestellte von Tepco.

Die Hoffnungen des Stromkonzerns ruhen auf dem früheren Hitachi-Chef, der im Juni vergangenen Jahres den Vorsitz des Verwaltungsrates übernahm. Kawamura hatte es geschafft, den Mischkonzern innerhalb weniger Jahre aus Rekordverlusten zu holen und wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Kawamuras erklärtes Ziel ist es, dass Tepco wieder Dividende ausschütten kann. Größter Aktionär mit knapp 55 Prozent der Anteile ist die staatliche Nuclear Damage Compensation and Decommissioning Facilitation Corporation, die Tepco bisher zinslose 7,4 Billionen Yen (56,5 Milliarden Euro) an Entschädigungsleistungen für die Opfer der Atomkatastrophe vorgestreckt hat.

Foto: Tepco-Kohlekraftwerk Hirono (© Tepco)