Tokio (JAPANMARKT) – Jahrelang hatten die Deutschen den „mächtigsten“ Reisepass der Welt. Aber dieser Titel ist inzwischen nach Asien abgewandert.

Visafreie Einreise

Die „Macht“ eines Reisepasses lässt sich daran messen, in wie viele Länder man damit ohne Visum einreisen oder dort bei der Ankunft sofort ein Einreisevisum erhalten kann. Zuletzt lag Singapur mit 180 solcher Länderzugänge an der Spitze einer globalen Rangliste, die von der US-Beratungsagentur für Staatsbürgerschaften und Aufenthaltserlaubnisse, Henley & Partners, regelmäßig erstellt wird.

Dann fügte die US-Agentur jedoch die Staaten Grönland, die Färöer-Inseln, Monaco, Andorra, Liechtenstein, Palästina, Vatikanstadt und San Marino zu der Liste jener Länder hinzu, die sie für die Aufstellung ihrer Rangliste benutzt. Dadurch stiegen Deutschland, Singapur und Japan mit jeweils 188 Zugangsländern gemeinsam auf den ersten Platz.

Asiaten holen auf

Im März lockerte jedoch Benin seine Visumanforderungen an Inhaber eines japanischen Reisepasses. Dadurch ging Japan mit 189 visafreien Zugangsländern erstmals in Führung. Der dritte Platz wird aktuell von Reisepässen aus sechs Ländern eingenommen, die Zugang zu jeweils 187 Ländern erlauben: Südkorea, Finnland, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden.

In der Vergangenheit dominierten europäische Länder die Rangliste, aber das hat sich nun geändert: Japan, Singapur und Südkorea haben zu Europa aufgeschlossen oder es überholt. Das ist sicher eine positive Folge der Globalisierung. Allerdings ändern sich die Visumregeln ständig. So hat Russland gerade jjede Visumpflicht für alle ausländischen Inhaber von Karten für die Fußballweltmeisterschaften abgeschafft.

Foto: Japanischer Reisepass (flickr/Kengo Hamasaki CC BY-NC-SA 2.0)