Tokio (JAPANMARKT) – Die Finanzierungssumme für Start-ups in Japan ist deutlich gestiegen. Das signalisiert die wachsende Risikobereitschaft in Japan.

Fünfjähriger Boom

Laut einer Umfrage von Venture Enterprise Center unter 106 Risikokapitalgebern sowie privaten Unternehmen haben Jungunternehmen in Japan im vergangenen Jahr 126,6 Milliarden Yen (1 Milliarde Euro) eingesammelt. Das waren 16 Prozent mehr als 2016 und rund 150 Prozent mehr als 2012. Zugleich war dies die höchste jemals erreichte Summe. Im Vergleich zu den 70 Milliarden Dollar im Vorjahr in den USA ist das Volumen in Japan allerdings noch sehr niedrig.

Nach Angaben der Finanzzeitung Nikkei befindet sich das Finanzierungsvolumen für Start-ups nun auf dem Niveau von 2006 sowie 2000. Damals führte die Einführung von Breitband sowie Geschäftsmodellen rings um das Internet jeweils zu einem kleinen Boom von jungen Unternehmen. Anders als damals werden diesmal die Investitionen jedoch breiter gestreut und reichen von künstlicher Intelligenz über Biotechnologie bis zu Weltraummissionen.

Softbank fördert Deep Learning

Zu den bekannt gewordenen Kapitalgebern im Vorjahr gehörte Toyota mit einer Investition von 11,5 Milliarden Yen in den Künstliche-Intelligenz-Spezialisten Preferred Networks, heute das am höchsten bewertete Start-up-Unternehmen in Japan. Der staatliche Fonds INCJ, der Pharmariese Otsuka Holdings und andere Unternehmen steckten 3,7 Milliarden Yen in das Biotech-Start-up Megakaryon. Es produziert Blutplättchen mit Hilfe von induzierten pluripotenten Stammzellen.

Zwar kommt Softbank Vision Fund, der weltgrößte Kapitalgeber für Technologieunternehmen, aus Japan. Aber bisher hat der 93 Milliarden Dollar schwere Fonds, der in London zuhause ist, für kein einziges japanisches Jungunternehmen Geld locker gemacht. Doch vergangene Woche kündigte die Softbank-Tochter Deepcore an, jeweils bis zu sechs Milliarden Yen in Start-ups im Bereich Deep Learning zu investieren. Die erste Investition ging an das Tokioter Jungunternehmen Vaak, dessen KI-Software die Bilder von Sicherheitskameras auswertet.

Foto: Fukuoka auf Kyushu bemüht sich besonders um die Ansiedelung von Start-ups (Wikipedia CC BY-SA 4.0)