Tokio (JAPANMARKT) – Toshiba gibt das traditionsreiche Laptop-Geschäft an Sharp ab. Der Schritt hat für die Elektronikindustrie historische Bedeutung.

Fast symbolischer Kaufpreis

Der Kaufpreis beträgt bescheidene fünf Milliarden Yen (39 Millionen Euro). Dafür erhält Sharp einen Anteil von rund 80 Prozent an Toshiba Client Solutions. Die restlichen Anteile verbleiben bei Toshiba. Das berichtete die Finanzzeitung „Nikkei“ vorab.

Der japanische Mischkonzern verkauft damit nicht nur eine verlustbringende Geschäftssparte, sondern zieht zugleich einen schmerzhaften Schlussstrich unter ein langes Kapitel seiner Geschichte. Denn Toshiba brachte 1985 unter dem Namen „Satellite“ (in Japan: Dynabook) den ersten Laptop für das Massengeschäft auf den Markt und stieg Mitte der Neunzigerjahre zum Weltmarktführer für diese Geräte auf.

Doch der japanische Technologievorteil verschwand, als die Wettbewerber ihre Geräte dank Standardbauteilen selbst schnell zusammenbauen konnten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpften die Einnahmen der PC-Sparte von Toshiba daher um weitere 13 Prozent auf 167,3 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro). Zugleich stiegen die Verluste um fast das 20-fache auf 9,6 Milliarden Yen.

Fertigungswissen der Sharp-Mutter

Sharp wiederum war bereits 2010 aus den gleichen Gründen wie heute Toshiba aus dem Geschäft mit Laptops ausgestiegen. Die Rückkehr in den Markt soll nun mit Hilfe des taiwanesischen Elektronikriesen Foxconn gelingen, der Sharp im Jahr 2016 übernommen hat. Foxconn weiß, wie man preiswert Computer produziert, da man im Auftrag von Dell und anderen Unternehmen schon lange Laptops baut.

Sharp-Präsident Tai Jeng-wu sieht in der Produktion von IT-Hardware das „fruchtbarste Feld für Synergien“ zwischen der Mutter und ihrer japanischen Tochter. Statt die alte Eigenmarke Mebius neu zu beleben, will Sharp nun die Toshiba-Laptops weiter unter der alten Marke vermarkten. Jedoch dürften diese Geräte künftig mit Bildschirmen von Sharp ausgerüstet werden.

Foto: Dynabook (Wikipedia CC BY-SA 4.0)