Tokio (JAPANMARKT) – Nach der Schweiz hat Japan im vergangenen Vierteljahrhundert am meisten von der Globalisierung profitiert. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Globalisierungsreport

Laut dem Globalisierungsreport 2018 ist Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 1990 und 2016 jährlich um 1.502 Euro pro Kopf der Bevölkerung gewachsen. Das ist der zweithöchste Wert nach der Schweiz mit einem jährlich BIP-Wachstum um 1.900 Euro je Kopf. Deutschland liegt hinter Finnland, Irland und Israel mit 1.151 Euro an sechster Stelle dieser Globalisierungsskala.

Der Rückzug ins Nationale habe gerade in den Industrieländern Konjunktur, doch ausgerechnet diese Länder hätten am meisten von der Globalisierung profitiert, schreibt die Bertelsmann-Stiftung in ihren Ausführungen zum Ergebnis der Studie, die in ihrem Auftrag von dem Beratungsunternehmen Prognos erstellt wurde. Der Report misst für 42 Industrie- und Schwellenländer den Grad der internationalen Verflechtung und die daraus resultierenden Wohlstandsgewinne.

Im Vergleich zum Globalisierungsbericht 2016 musste Japan den Spitzenplatz an die Schweiz abgeben. Nach Angaben der deutschen Studie ist ein Grund für diese Veränderung, dass die Schweiz ihre Internationalität in den Jahren 2015 und 2016 steigern konnte, während Japans Grad der Globalisierung in diesen zwei Jahren zurückging.

Komplexe Kalkulation

Ausgangspunkt für die Berechnung von globalisierungsbezogenen Wohlfahrtsgewinnen ist ein Index, der eng mit dem KOF-Globalisierungsindex der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich abgestimmt ist.

Der Index misst den Grad der globalen Vernetzung anhand von Indikatoren zu den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Aspekten der Globalisierung. Im letzten Ranking lag Deutschland an 16. Stelle und Japan an 39. Stelle.

Im zweiten Schritt wird berechnet, welche Auswirkungen eine Zunahme der Globalisierung auf das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf hat. Laut der Studie steigt der Wert des Globalisierungsindexes um einen Punkt, damit die Wachstumsrate des realen BIP pro Kopf um etwa 0,3 Prozentpunkte zunimmt. Im letzten Schritt werden die Daten statistisch bereinigt.

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