Tokio (JAPANMARKT) – Japans Regierung will in ihrer Wachstumsstrategie mehr Ehrgeiz bei der Deregulierung zeigen. Das soll vor allem jungen Unternehmen nützen.

20 „Einhörner“

Jedes Jahr im Juni erneuert der „Rat für Zukunftsinvestitionen“ die Liste seiner Vorschläge, wie Japans Wirtschaft schneller wachsen könnte. Im diesjährigen Entwurf, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, wird als neues Ziel unter anderem die Schaffung von 20 „Einhörnern“ bis 2023 genannt.

Damit sind Start-ups gemeint, die bei Finanzierungsrunden oder ihrem Börsengang mit mehr als eine Milliarde Dollar bewertet werden. Dazu gehören derzeit in Japan zum Beispiel die Flohmarkt-Applikation Mercari und der Spezialist für Künstliche Intelligenz, Preferred Networks.

„Wir machen dieses Jahr zum Startjahr der vierten industriellen Revolution“, erklärte Premierminister Shinzo Abe anlässlich der Veröffentlichung des Entwurfs für die neue Wachstumsstrategie. Die nächsten Jahre seien kritisch, um die Produktivität zu steigern.

Sandkasten“ zum Üben

Deswegen schreibt sich die Regierung erneut mehr Deregulierung auf die Fahnen. Dafür soll es künftig sogenannte „Sandkästen“ geben. Dort sollen Vorschriften, die neue Technologien behindern, vorübergehend nicht mehr gelten. Dagegen könnten sich jedoch etablierte Geschäftsinteressen wehren.

Außerdem will die Regierung neue Gremien ins Leben rufen, damit die Wachstumsstrategie besser umgesetzt wird. Darin sollen Bürger, Manager und Beamte sitzen, damit Vorzeigeprojekte in wichtigen Bereichen wie autonomes Fahren, Gesundheit und Digitalisierung der staatlichen Behörden schneller verwirklicht werden.

Foto: Rat für Zukunftsinvestitionen tagt am 4. Juni (Kantei)