Tokio (JAPANMARKT) – Ein prominent besetzter Verein will einen neuen Turm für die ehemalige Burg von Edo bauen. Schon in drei Jahren soll es soweit sein.

Ein Turm für die Edo-Burg

London hat die Tower Bridge, Paris den Arc de Triomphe und New York die Freiheitsstatue. Ein solches Wahrzeichen mit starker geschichtlicher Bedeutung fehlt Japans Hauptstadt Tokio, die bis zum 19. Jahrhundert Edo hieß. Deswegen setzt sich der Verein „Verband für den Wiederaufbau der Edo-Burg“ für die Wiedererrichtung eines historischen Burgturms ein.

Dieser für die japanischen Burgen typische Turm aus Holz wurde 1606 an der höchsten Stelle der Burg am Nordende errichtet. Mit einer Steinbasis von 36,5 Meter Breite und 33 Meter Länge und einer Höhe der fünfstöckigen Holzkonstruktion von über 50 Meter war es das aufwendigste und größte jemals in Japan gebaut Bauwerk dieser Art. Doch bereits 1657 fiel der Turm einem Großbrand zum Opfer.

Neuer Bauplatz vorgeschlagen

Der Verein hat prominente Mitglieder und Unterstützer. Sein Präsident ist Sukeaki Ota, der 18. Nachkomme von Ota Dokan, dem Erbauer der Edo-Burg. Der Vorsitzende ist Masayuki Shimadae, der ehemalige Chef des Fernsehsenders TV Tokyo. Der Verein will den Wechsel auf dem Chrysanthementhron im nächsten Jahr und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio für verstärkte Werbung für das Projekt nutzen und setzt auf einen Baubeginn im Jahr 2021.

Bisher hatte der Verein für den Neubau des Turms auf den Fundamenten eines früheren Turms im Ostgarten des Burggeländes plädiert. Aber damit würde man den heutige zugänglichen Teil der früheren Edo-Burg, den Ostgarten, womöglich blockieren. Deswegen schlägt der Verein inzwischen vor, den Standort für den Turm frei zu wählen. An seinen historischen Ort kann das Bauwerk ohnehin nicht zurückkehren, da dieses Gelände zum heute gesperrten Gelände des Kaiserpalastes gehört.

Foto: Computergrafik für einen neuen Turm der Edo-Burg (© NPO Edo-jo)