Tokio (JAPANMARKT) – Die Universität Gunma hat eine Testanlage für autonomes Fahren in Betrieb genommen. Das Projekt könnte besonders jungen Unternehmen helfen.

Regionale Revitalisierung

Das Forschungszentrum namens „Center for Research on Adoption of NextGen Transportation Systems“, abgekürzt als CRANTS, gehört zum Aramaki-Campus der Universität und richtet sich an private Unternehmen, die ihre Fahrzeuge und Systeme ohne Gefährdung normaler Verkehrsteilnehmer ausprobieren wollen.

Nach eigenen Angaben will die Universität dabei helfen, dass selbstfahrende Fahrzeuge bereits 2020 in einigen Gemeinden unterwegs sind. „Wir wollen eine Quelle der regionalen Revitalisierung sein“, erklärte Universitätspräsident Hiroshi Hiratsuka bei der formalen Eröffnung im Mai.

Die Gelände gehört derzeit mit einer Fläche von 6.000 Quadratmetern zu den größten Testanlagen dieser Art. Ampeln, Verkehrsschilder und Linien auf den Straßen lassen sich bewegen und verändern, um verschiedene Verkehrskonstellationen durchzuspielen. 18 Fahrzeuge stehen von Universitätsseite zur Verfügung.

Rechenzentrum mit Simulation

Bisher fanden die Testfahrten der School of Science and Technology der Universität auf einem Parkplatz und nahegelegenen öffentlichen Straßen statt. Doch nun können die Forscher künstliche Hindernisse für die Testautos aufbauen, berichtete die Zeitung „Mainichi“. Die Testanlage dürfte vor allem für Unternehmen interessant sein, die sich kein eigenes Gelände leisten können.

Das Rechenzentrum von CRANTS erlaubt die Speicherung großer Datenmengen. In einem Simulationsraum mit einem Rundumbildschirm lassen sich die Daten auch ausspielen, sodass man die Fahrt nachträglich erleben kann. Außerdem lassen sich die Testautos von dem Zentrum aus fernsteuern. Die rund ein Dutzend Labore in dem Gebäude können ebenfalls von privaten Unternehmen genutzt werden.

Foto: Universität Gunma (Wikipedia CC0)