Tokio (JAPANMARKT) – Alle drei Vizepräsidenten von Softbank könnten die Nachfolge von Masayoshi Son antreten. Aber wird sich der Gründer wirklich aufs Altenteil zurückziehen?

Triumvirat von Nachfolgern

Rund zwei Jahre ist es schon her, dass Nikesh Arora sich von Softbank verabschiedet hat. Der gebürtige Inder sollte eigentlich zum 60. Geburtstag von Gründer Son die Führung der Softbank Group übernehmen. Doch Son überlegte es sich anders und blieb, sodass Arora ging (Japanmarkt.de berichtete).

Nun gibt es ein Triumvirat von drei möglichen Nachfolgern, die alle starke Qualitäten haben. Der Newcomer heißt Marcelo Claure, ein US-Amerikaner blovianischen Ursprungs, der vom Chief Executive Officer der Softbank-Tochter Sprint in den USA zum Chairman aufstieg.

Der zweite starke Vize-Präsident, der ebenfalls von der Hauptversammlung von Softbank gebilligt wurde, heißt Rajeev Misra, ein Investmentbanker mit indischen Wurzeln, der den Softbank Vision Fund mit rund 93 Milliarden Dollar Umfang von London aus steuert. Einst arbeitete Misra für die Deutsche Bank.

Die Aktionäre von Softbank billigten auch die Ernennung von Katsunori Sago als neues Mitglied des Verwaltungsrates. Als früherer Vize-Präsident der japanischen Postbank war er für Anlagestrategie des Finanzinstituts mit den weltweit größten Einlagen zuständig. Zuvor hatte Sago als Vize-Präsident von Goldman Sachs Japan vorübergehend mehr Einkommenssteuern als Son selbst gezahlt.

Fokus auf Investitionen

Diese drei Kandidaten für die Softbank-Führung müssen im Kontext der jüngsten Äußerung von Gründer Son gesehen werden. Bisher habe er 97 Prozent seiner Zeit für das Telekom-Geschäft aufgewandt und nur drei Prozent für Entscheidungen über Investitionen. Dieses Verhältnis wolle er nun umkehren, erklärte Son anlässlich der Hauptversammlung.

Anders gesagt: Ein Nachfolger von Son muss voraussichtlich jemand sein, der gut mit Geld und Wertanlagen umgehen kann. Gemessen an diesem Aspekt kommen vor allem Mishra und Sago in Frage, da beide ihr Berufsleben in diesem Bereich verbracht haben. Zugleich ist Claure aus dem gleichen Holz wie Son geschnitzt.

Er hat sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet und wurde mit der Gründung seines eigenen Unternehmens Brighstar zum zigfachen Millionär. Nach der Übernahme von Brightstar durch Softbank stieg Claure 2014 zum Chef der Beteiligung Sprint auf. Das Nachfolgerennen ist also nicht entschieden, zumal Son bisher nichts über seine Pensionierung mitgeteilt hat.

Foto: flickr/Miki Yoshihito CC BY 2.0