Tokio (JAPANMARKT) – Der neue Mazda-Chef Akira Marumoto will den Absatz in den nächsten fünf Jahren auf zwei Millionen Einheiten deutlich steigern. Aber vor allem das Geschäft in den USA birgt einige Risiken.

Damoklesschwert Handelsstreit

Einerseits stagniert der Absatz in Nordamerika, der beim Gewinn der wichtigste Absatzmarkt für Japans fünftgrößten Autobauer ist. Andererseits hängt das Damoklesschwert einer möglichen Erhöhung des US-Importzolls für japanische Autos über dem Hersteller aus Hiroshima. Davon wäre Mazda wegen seiner hohen Abhängigkeit vom Export besonders betroffen. Knapp 82 Prozent der rund 971.000 in Japan produzierten Fahrzeuge gingen 2017 ins Ausland. Sämtliche in den USA verkauften Fahrzeuge von Mazda stammen bisher aus Mexiko oder Japan.

Dennoch tritt Marumoto an, um die Vorgabe des bisherigen Konzernchefs Masamichi Kogai zu verwirklichen, den Absatz von zuletzt 1,63 Millionen Stück (2017) bis 2024 auf zwei Millionen Stück jährlich zu erhöhen. Unter dem 63-jährigen Kogai war die Verkaufszahl in fünf Jahren um knapp ein Drittel gestiegen. Dabei hatte sich der chinesische Markt seit 2016 zum wichtigsten Absatzbringer entwickelt. Zugleich wurden die Fabriken in Thailand und Mexiko ausgebaut. Kogai rückte zum neuen Chairman auf.

Höchste Priorität für die USA

„Wenn es um Gewinn und Marke geht, dann haben die USA die höchste Priorität“, hatte Marumoto bei der Bekanntgabe seiner Beförderung erklärt. Zwar hat sich der US-Absatz von zuletzt 289.000 Stück unter seiner Führung seit fünf Jahren nicht von der Stelle bewegt. Zugleich fiel der Marktanteil um 0,1 Punkte auf 1,7 Prozent. Aber der neue Konzernchef hat das Händlernetz neu strukturiert und den Fokus weg von Mietwagenflotten auf private Käufer in Großstädten verschoben.

Zugleich brachte Marumoto die erste eigene Fabrik in den USA auf den Weg, die aus Effizienzgründen gemeinsam mit Toyota betrieben wird. Das 1,6 Milliarden Dollar teure Werk in Alabama geht 2021 mit einer Kapazität von 150.000 Einheiten in Betrieb und soll einen neuen Mazda-Crossover und einen Kleinwagen mit Toyota-Label exklusiv für den US-Markt ausstoßen. Dadurch will Mazda den US-Absatz um 38 Prozent auf 400 000 Stück jährlich steigern. Allerdings könnte der Handelsstreit zwischen Washington und Tokio den schönen Plan schnell zu Makulatur machen.

Foto: Akira Marumoto (Mazda)