Tokio (JAPANMARKT) – Maschinelles Lernen ermöglicht jetzt auch eine automatische Identifizierung von Ladendieben. Das beweist eine neue japanische Sicherheitskamera.

Automatischer Wächter

„AI Guardman“ – ein Wächter mit künstlicher Intelligenz – heißt das Kamerasystem, das der japanische Telekommunikationsriese NTT East und das japanische Start-up Earth Eyes gerade auf den Markt bringen. Die Kameras sollen Ladeninhabern dabei helfen, ohne menschlichen Detektiv die Zahl der Ladendiebstähle um durchschnittlich rund 40 Prozent zu verringern.

Das System basiert auf einer offen zugänglichen Software der US-Universität Carnegie Mellon. Damit werden Live-Videostreams analysiert und die Körperhaltungen von Menschen eingeschätzt. Das japanische System gleicht diese „Posen“ mit einem vordefinierten verdächtigen Verhalten ab. Bei Übereinstimmung wird der Ladenbesitzer per App informiert.

Analyse in Echtzeit

Unabhängig von den Werbeargumenten von NTT East und Earth Eyes lassen sich Videoaufnahmen tatsächlich inzwischen in Echtzeit untersuchen. Sicherheitskameras für die eigene Wohnung oder das eigene Haus von Amazon oder Nest können zum Beispiel dank schlauer Algorithmen zwischen Haustieren und Einbrechern unterscheiden.

Der Vorteil des japanischen Systems besteht darin, dass es sich von Laien leicht installieren und betreiben lässt. Diese Art der Überwachung ist vergleichsweise billig: Die Kamera kostet rund 200.000 Yen (knapp 1.600 Euro) plus eine Monatsgebühr von rund 35 Euro für die Datenanalyse. In den nächsten drei Jahren erwartet NTT die Installation in 10.000 Läden in Japan.

Foto: Symbolbild für Sicherheitskamera (Pxhere CC0)