Tokio (JAPANMARKT) – Japans Manager sind noch weit von den Gehältern ihrer westlichen Kolleginnen und Kollegen entfernt. Aber ihr Jahresgehalt liegt immer häufiger über einer früher selten erreichten Schwelle.

Maßstab 100 Millionen Yen

Die Zahl der Manager von japanischen Unternehmen, die mehr als 100 Millionen Yen (775.000 Euro) jährlich verdienen, ist im abgelaufenen Geschäftsjahr laut Daten des Dienstleisters Tokyo Shoko Research auf 538 gestiegen. Das entsprach einer Zunahme um 15 Prozent zum Vorjahr.

Insgesamt 240 Unternehmen – ebenfalls ein Rekordwert – beschäftigten Manager mit solchen Einkommen. Das waren 17 Unternehmen mehr als im Vorjahr. Zu den bekannteren Namen gehören Sony-Chairman Kazuo Hirai, Softbank-Vizepräsident Rajeev Misra, Takeda-Chef Christophe Weber und Lixil-Boss Kinya Seto.

Hoher Abstand zum Westen

Das durchschnittliche Gehalt eines Chief Executive Officers in Japan betrug nach Angaben von Willis Towers Watson rund 1,2 Millionen Dollar, jedoch 5,3 Millionen Dollar in Großbritannien und 12,7 Millionen Dollar in den USA. Das liegt teilweise an Bonuszahlungen und Aktienoptionen. Deren Einführung in Japan treibt auch die Einkommen hiesiger Unternehmensführer nach oben.

Nach Nikkei-Angaben arbeiteten vier der zehn höchstbezahlten Manager für die Softbank-Gruppe, darunter Vize-Chairman Ronald Fisher mit 18 Millionen Dollar und Marcelo Claure, CEO der Softbank-Tochter Sprint, mit mehr als zehn Millionen Dollar. An der Spitze steht Sony-Chef Hirai mit 24 Millionen Dollar. Sein Nachfolger Kenichiro Yoshida verdiente 8,1 Millionen Dollar. Toyota-Vizepräsident Didier Leroy verdiente 9,4 Millionen Dollar und damit fast drei Mal so viel wie sein Chef Akio Toyoda.

Fünf der zehn Top-Verdiener sind Ausländer. Das war schon in der Vergangenheit so. Damals gehörte Nissan-Chef Carlos Ghosn zu den wenigen Managern in Japan, die mehr als 100 Millionen Yen verdienten. Doch nun herrscht in den Führungsetagen jene Gehaltsinflation, die sich die japanische Notenbank seit Jahren auch für die normalen Werktätigen wünscht.

Foto: Toyota-Vizepräsident Didier Leroy (Toyota)