Tokio (JAPANMARKT) – Die Reallöhne haben im Mai unerwartet deutlich zugelegt. Zugleich stiegen die Arbeitskosten im ersten Quartal auf den höchsten Stand seit 2002.

Starkes Lohnplus im Mai

Das reale Plus von 1,3 Prozent im Mai bedeutete das stärkste Lohnwachstum seit Juli 2016, also seit fast zwei Jahren. Im April waren die realen Löhne noch um 0,2 Prozent zum Vorjahr gesunken, wie Daten des Arbeitsministeriums belegten. Diese starke Steigerung passt ins Bild eines generell steigenden Lohnniveaus in Japan.

Nach Angaben des Finanzministeriums stieg die Lohnsumme der großen Unternehmen im Vierteljahr zwischen Januar und März auf 13,38 Billionen Yen (103 Milliarden Euro). Das war der höchste Wert seit 16 Jahren. Im Vergleich zum Tief im dritten Quartal 2013 stiegen diese Arbeitskosten seitdem um 8,3 Prozent und zum Vorjahr um 6,6 Prozent.

Irreguläre verdienen mehr

Analysten sehen vor allem die steigenden Löhne für Teilzeitkräfte und Zeitarbeiter als Ursache für die gestiegenen Arbeitskosten. Die Ursache ist die Verknappung an Arbeitskräften als Folge der alternden Gesellschaft. Auf 100 Stellensuchende kamen zuletzt 160 Stellenangebote.

Laut einer Erhebung des Arbeitsministeriums sind die Stundenlöhne für solche „irregulären“ Arbeitskräfte im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. März endete, um 2,3 Porzent auf 1.116 Yen gestiegen. Zuvor waren diese Stundenlöhne nie über 1.100 Yen hinausgekommen.

Doch diese Zahlen führen etwas in die Irre. Nach Berechnungen der Finanzzeitung Nikkei sind die Gewinne der Gesamtheiten aller Unternehmen in Japan stärker gestiegen als die Arbeitskosten. Dadurch ist der Anteil der Gewinne, die auf diese Weise an die Mitarbeiter gingen, mit 59 Prozent erstmals seit 1990 mit 60 Prozent gesunken.

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