Tokio (JAPANMARKT) – Mitsubishi Electric verbessert mit einer neuartigen Überwachung die Sicherheit am Flughafen Nizza. Die Technologie erkennt Scherwinde auch bei klarem Wetter.

Trügerisches Schönwetter

Das Terminal Doppler Lidar von Mitsubishi Electric sendet Laserstrahlen aus und erfasst die Streuung des Lichts an Staub- und anderen Partikeln in der Luft. Anhand des Dopplereffektes – eine Frequenzverschiebung bei einer Bewegung von einem Ziel oder auf ein Ziel zu – kann das System die Richtungen und Geschwindigkeiten von Winden errechnen.

Besonders sogenannte Scherwinde können startende und landende Flughafen gefährden, da sich dadurch die Auftriebsbedingungen an den Tragflächen schnell ändern. Bisher ist kein Beobachtungssystem in der Lage, solche gefährlichen Winde auch bei guten Wetterbedingungen zu erfassen.

Messung durch Dopplereffekt

Es gibt bislang nur ein Terminal Doppler Wetterradar, das Scherwinde bei Schlechtwetter ebenfalls über den Dopplereffekt erkennt, sowie ein Mikrowellenradar zur Messung von Niederschlägen. Doch gerade große Flughäfen bräuchten ein System mit Radar und Lidar, das Scherwinde bei jedem Wetter erkennen kann.

Mitsubishi Electric hat einen Verstärker für ein Radar-Lidar-System entwickelt, das solche Scherwinde in einem Umkreis von mehr als 20 Kilometer erfasst, ohne dass die Mikrowellen- und Laserstrahlen den Flugbetrieb selbst stören. Seit der Kommerzialisierung im Jahr 2015 wurde das System dreimal installiert – an den beiden Tokioter Flughäfen Haneda und Narita sowie am Internationalen Flughafen von Hongkong.

Sechs Bestellungen seit 2015

Zwei weitere Systeme wurden vom chinesischen Flughafen Beijing Daxing und vom türkischen Regionalflughafen Antalya bestellt. Der Aufbau erfolgt demnächst. Nun erhält auch der Flughafen von Nizza diese Schutzeinrichtung. Nach eigenen Angaben erwartet Mitsubishi, die Einnahmen aus diesem Geschäft auf 2,5 Milliarden Yen jährlich steigern zu können.

Auch ein System zur Erkennung von unsichtbaren Turbulenzen in der Luft, das die japanische Weltraumagentur JAXA seit einiger Zeit erprobt und zur Marktreife bringen will, arbeitet auf der Basis eines Terminal Doppler Lidar von Mitsubishi Electric. Dieses „SafeAvio“-Projekt hat JAXA kürzlich zusammen mit Boeing getestet.

Foto: Terminal Doppler Lidar System (Mitsubishi Electric)