Tokio (JAPANMARKT) – Der Tokioter Stadtteil Ikebukuro entwickelt sich zum Mekka von weiblichen Cosplayern. Neue Attraktionen sind bereits in Planung.

Angebote für Frauen

Für Fans von Anime, Manga und Cosplay (Kostümierung als Anime- oder Mangafigur) verweisen die meisten Reiseführer auf den Tokioter Stadtteil Akihabara. Doch das Elektronikviertel bedient vor allem die Interessen von männlichen Fans. Dagegen hat sich das Viertel Ikebukuro im Nordwesten der Stadt zu einem Dorado für weibliche Mitglieder dieser speziellen Subkultur entwickelt.

Im November lockte das Animate Girls Festival Zehntausende Besucher(innen) ins Einkaufszentrum Sunshine City und Umgebung. Dazu haben sich schon seit einiger Zeit mehrere Dutzend Geschäfte auf der Otome Road nahe dem Bahnhof auf die Bedürfnisse von Anime- und Cosplay-Anhängerinnen eingestellt. Das Animate Girls Festival wurde 2010 vom Bezirk Toshima, zu dem Ikebukuro gehört, ins Leben gerufen.

Freizeitpark und Spielehändler

Nun plant die Bezirksverwaltung den Bau eines eigenen Komplexes für diese Subkultur. Das Zentrum namens „Hareza Ikebukuro“ soll 2020 eröffnet werden. Außerdem will man ein Museum für bekannte Mangakünstler wie Osamu Tezuka und Fujio Akatsuka bauen, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren in Ikebukuro arbeiteten. Ihr früheres Apartment-Gebäude ist allerdings längst abgerissen.

Ein Zentrum der Cosplay-Kultur in Ikebukuro ist bereits seit seiner Gründung Anfang der Achtzigerjahre der Anime-, Manga- und Videospiele-Händler Animate, der das Girls Festival auch sponsort. Ein zweiter Anlaufpunkt für Fans ist der Freizeitpark J-World Tokyo, der einer Manga-Anthologie gewidmet ist.

Hinter dem Freizeitpark steckt der Spielehersteller Bandai. Dort gibt es zum Beispiel einen Verleih für Kostüme, Perücken, Requisiten und Schminkutensilien für zwölf Figuren aus vier bekannten Manga-Serien ausleihen, darunter Luffy aus „One Piece“ und Naruto aus „Naruto“.

Foto: flickr/Dennis Amith CC BY-NC 2.0