Tokio (JAPANMARKT) – Google will die Zahl seiner Mitarbeiter in Japan verdoppeln. Für die Expansion wählt der Technologieriese einen neuen Standort.

Neuer Standort

Das neue Hochhaus „Shibuya Stream“ wird zum 13. September bezugsfertig. Wie der Name bereits andeutet, wurde der Wolkenkratzer direkt an einen Bach gebaut, der durch das beliebte Tokioter Viertel Shibuya parallel zur Meiji Dori fließt. Der wichtigste Mieter steht schon fest: In die Stockwerke 14 bis 35 zieht Google Japan ein.

Das Hochhaus samt einer Uferpromenade ist Teil der gesamten Neuentwicklung des Stadtviertels, die noch bis tief ins nächste Jahrzehnt laufen wird. An diesem Standort befand sich früher die Endstation der Tokyu Toyoko-Linie, die bereits vor einigen Jahren unter die Erde verlegt wurde. Damit wird Google noch präsenter in Japan.

Verdoppelung der Mitarbeiter

Nach bisherigen Angaben wird Google im Jahr 2019 die bisherigen Büros in Roppongi Hills verlassen und in das neue Gebäude in Shibuya umziehen. Dies werde die geplante Verdoppelung der Zahl der heute 1.300 Mitarbeiter ermöglichen, sagte kürzlich Google Japan-Präsident Peter Fitzgerald.

Der US-Amerikaner begründete seine Expansionspläne mit den erwarteten Veränderungen auf dem Werbemarkt in Japan. „Bisher sind nur 25 Prozent der Werbung digital und nur sieben Prozent der Musik werden gestreamt“, sagte Fitzgerald. Japan sei damit in der Entwicklung langsamer als andere Länder, „aber wenn sich Japan bewegt, dann bewegt es sich schnell“.

Lange Japan-Verbindung

Die Verbindung zwischen Google und Japan reicht lange zurück und spiegelt die technologische Strahlkraft von Japan zur Jahrtausendwende wider. Nur drei Jahre nach der eigenen Gründung eröffnete Google im Jahr 2001 das erste eigene Auslandsbüro überhaupt in Japan. „Wir sind hier, weil es so viele brillante Leute und so viele wunderbar fähige Menschen in Japan gibt“, erklärte Fitzgerald einen der Anziehungspunkte von Japan für Google.

Das Unternehmen aus Kalifornien vermarktet sich in Japan auch als Partner: Für den Umzug nach Shibuya hat Fitzgerald eine neue Offenheit gegenüber der Gesellschaft versprochen. Details sollen folgen. Parallel bemüht sich Google darum, das Interesse an IT-Technologie in Japan zu stärken.

Dafür bringt das Unternehmen zusammen mit „Minna No Code“ Tausenden von Lehrern Grundkenntnisse im Programmieren bei. Davon sollen insgesamt mehr als zwei Millionen Oberschüler profitieren. Auf diese Weise helfe man der japanischen Regierung in ihrem Plan, dass ab 2020 jeder japanische Schüler in Computerwissenschaften unterrichtet wird, teilte Google mit.

Foto: Das neue Hochhaus Shibuya Stream wird der neue Standort von Google Japan (© Shibuya Stream)