Tokio (JAPANMARKT) – Japan will in den nächsten zwei Jahren rund 10.000 Vietnamesen als Pflegekräfte holen. Das ist Teil einer neuen Initiative für mehr Gastarbeiter.

Verstärkter Zuzug

Die japanische Regierung will den Zugang von Gastarbeitern ab April 2019 stark ausweiten (JAPANMARKT.de berichtete). Für eine neue Willkommenskultur wird auch das heutige Zuwanderungsgesetz neu formuliert. Künftig soll die Anwerbung von ausländischen Gastarbeitern und die Bearbeitung ihrer Visa auch direkt durch die Unternehmen erfolgen.

Ein Schwerpunkt der Öffnungspolitik liegt auf der Pflege von Alten und Kranken. Bereits 2015 fehlten in Japan 40.000 Pfleger. Hier setzt die Abe-Regierung nun auf Abkommen mit Vietnam, Indonesien, Kambodscha und Laos. Japan und Vietnam wollen nach Informationen der Finanzzeitung „Nikkei“ einen entsprechenden Vertrag noch in diesem Jahr unterzeichnen.

Danach sollen 2019 zunächst 3.000 Vietnamesen als Pfleger nach Japan kommen und bis zu fünf Jahre bleiben dürfen. Innerhalb von zwei Jahren soll ihre Zahl auf insgesamt 10.000 steigen. Zum Vergleich: In den zehn Jahren von 2008 und 2017 kamen nur insgesamt 3.500 Ausländer als Pflegekräfte nach Japan.

Gleicher Lohn wie Japaner

Die japanische Regierung setzt auf zwei Maßnahmen, damit ihre Zahlenvorgabe auch tatsächlich erfüllt werden kann: Erstens sollen die Vietnamesen finanzielle Unterstützung für das Erlernen der japanischen Sprache erhalten.

Bisher müssen Ausländer den Spracherwerb selbst finanzieren. Falls sie nicht genügend lernen, müssen sie nach einem Jahr zurückkehren. Dieses Risiko ist vielen potenziellen Gastarbeitern zu hoch und schränkt den Zuzug ein.

Zweitens sollen die Pflegekräfte den gleichen Lohn wie japanische Arbeitskräfte erhalten. Dadurch dürfte die Arbeit in Japan für Menschen aus armen Ländern in Asien finanziell so lukrativ werden, dass sie dafür eine wichtige Einschränkung ihres Alltagslebens akzeptieren könnten: Die Gastarbeiter dürfen nämlich – bislang – keine Angehörigen mitbringen.

Foto: Symbolbild (Pixabay CC0)