Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Unternehmen legen ihre Beziehungen mit dem Iran auf Eis. Damit beugt sich Japans Regierung dem Druck seines Sicherheitspartners USA.

Ölgroßhändler unter Druck

Die Regierung in Washington hat japanische Unternehmen davor gewarnt, Geschäfte mit dem Iran zu machen. Andernfalls müssten sie selbst mit Sanktionen rechnen. Auf diese Weise will Präsident Donald Trump den Druck auf die Regierung in Teheran erhöhen, einen für sie ungünstigeren Vertrag über den Verzicht auf Atomtechnologie zu akzeptieren.

Als erste Unternehmen in Japan wollen sich offenbar Ölgroßhändler wie JXTG Holdings und Idemitsu dem US-amerikanischen Wunsch unterwerfen. Sie waren nach Angaben der Finanzzeitung „Nikkei“ bereits Anfang Juni von den USA aufgefordert worden, alle Importe von iranischem Rohöl und Ölprodukten bis zum 4. November einzustellen.

Die US-Drohung betrifft auch japanische Frachtschiffunternehmen, die voraussichtlich ab September keine iranischen Ölprodukte mehr transportieren werden. Alle Unternehmen gehen davon aus, dass die USA den bereits geäußerten Wunsch der japanischen Regierung nach Ausnahmeregelungen nicht akzeptieren werden.

Auch Banken reagieren

Auch die japanischen Geschäftsbanken MUFG Bank und die Mizuho Bank wollen offenbar den US-Boykottwunsch erfüllen. Sie werden möglicherweise schon im August alle Transaktionen mit dem Iran einstellen. Japanische Unternehmen, die dort Handel treiben, müssten dann auf andere Banken ausweichen.

Der Gehorsam der japanischen Geschäftswelt ist verständlich, weil ihre Handelsumsätze mit den USA viel größer sind als mit dem Iran. Aber in der Vergangenheit hatte sich Japan immer um gute Beziehungen zu allen Staaten im Nahen Osten bemüht. Denn 90 Prozent der japanischen Ölimporte stammen von dort. Allerdings ist der Iran nur der sechstgrößte Lieferant.

Foto: Symbolbild für Öltanker (Pxhere CC0)