Tokio (JAPANMARKT) – Der Gewinn von Japans führender Investmentbank Nomura ist unerwartet kräftig eingebrochen. Damit fallen die Japaner weiter hinter ihre US-Wettbewerber zurück.

Kräftiger Gewinneinbruch

Unterm Strich verdienten die Japaner im ersten Geschäftsquartal zwischen April und Juni nur 5,2 Milliarden Yen (40 Millionen Euro) nach 56,9 Milliarden Yen (438 Millionen Euro) im Vorjahr. Das bedeutete ein Minus von 91 Prozent. Damit fällt Nomura weiter hinter die Investmentbanken in den USA zurück, etwa Goldman Sachs, die im gleichen Berichtszeitraum deutlich bessere Ergebnisse ablieferten.

Die Hauptgründe für das magere Abschneiden waren einerseits das ertragsschwache Investmentbanking und andererseits eine Zurückhaltung der japanischen Privatanleger an der Börse. Dadurch schrumpften zwei wichtige Ertragssäulen von Nomura.

Die sogenannte Wholesale-Sparte mit dem Investmentbanking und dem globalen Aktien- und Anleihehandel verlor 7,4 Milliarden Yen vor Steuern und rutschte damit erstmals seit Anfang 2016 in die roten Zahlen, obwohl der Anstieg der Volatilität an den Finanzmärkten gute Verdienstmöglichkeiten bot.

Auslandsgeschäft schwächelt

In der Folge verzeichnete das Auslandsgeschäft von Nomura einen Verlust von 7,7 Milliarden Yen vor Steuern nach einem positiven Ertrag von 15,5 Milliarden Yen im Vorjahr. Es war das zweite Vorsteuerminus hintereinander. Alle drei Auslandsregionen – Amerika, Europa sowie Asien und Ozeanien – lagen im Minus.

Damit rücken die ehrgeizigen Vorgaben von Nomura-Chef Koji Nagai weiter in die Ferne. Schon im nächsten Geschäftsjahr sollen der Gewinn eigentlich auf 100 Yen je Aktie und die Kapitalrendite auf zehn Prozent steigen. Stattdessen entwickelt sich die Auslandssparte wie schon in vielen Vorjahren zum Klotz am Bein.

Zugleich schwächelt das Brot-und-Butter-Geschäft mit japanischen Privatanlegern. Die Umsätze an der Tokioter Börse waren im ersten Halbjahr auf ein 14-Jahrestief gesunken, weil sich private Investoren wegen der globalen Handelskonflikte mit Fonds- und Aktienkäufen zurückhielten. Der Ertrag der Retail-Sparte fiel entsprechend stark um 20 Prozent auf 19,9 Milliarden Yen (153 Millionen Euro).

Foto: Hauptquartier von Nomura Securities in Tokio (Wikipedia CC BY 2.5)