Tokio (JAPANMARKT) – Volkswagen verkaufte im ersten Halbjahr so viele Autos wie noch nie. Dennoch wurden die Deutschen von einem japanisch dominierten Bündnis knapp überholt.

Knappe Führung

Die Halbjahreszahlen der großen Autobauer sind überraschend ausgefallen. Die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi verkaufte nach Angaben der zwei großen japanischen Nachrichtenagenturen 5,54 Millionen Fahrzeuge. Das bedeutete ein Wachstum um 5,5 Prozent zum Vorjahr. Volkswagen steigerte sich um starke 7,1 Prozent zum Vorjahr auf 5,519 Millionen Fahrzeuge. Aber das reichte nur für den zweiten Platz der globalen Autoliga.

Der langjährige Branchenführer Toyota konnte seinen Absatz ebenfalls erhöhen. Japans größter Autobauer verkaufte 5,209 Millionen Fahrzeuge. Das bedeutete ebenfalls einen neuen Rekord. Aber mit der Zuwachsrate von 1,6 Prozent fiel Toyota weiter hinter seine beiden Rivalen zurück. Wie schon im Gesamtjahr 2017 bleibt Toyota damit nur der dritte Platz. An vierter Stelle folgen General Motors (4,156 Millionen Autos) und der südkoreanische Hyundai-Kia-Verbund (3,59 Millionen Autos).

Nissan als Zentrum

Renault-Chef Carlos Ghosn hatte diese Entwicklung schon vorhergesagt, als Nissan im Herbst 2016 bei dem durch einen Skandal angeschlagenen Hersteller Mitsubishi Motors eingestiegen war. Inzwischen hat die kleine japanische Marke ihre Krise, die ohnehin nur die Verkäufe in Japan belastete, überwunden. Im ersten Halbjahr verkaufte Mitsubishi Motors 616.000 Fahrzeuge und damit 24,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nissan bleibt mit einem Halbjahresabsatz von 2,854 Millionen Autos (minus 1,4 Prozent) weiter das stärkste Pferd des französisch-japanischen Dreierbundes. Die Konzernmutter Renault verkaufte 2,067 Millionen Autos (plus 9,8 Prozent). Damit zeichnet sich womöglich ab, dass die Dreier-Allianz mit Nissan als Zentrum in diesem Jahr erstmals weltgrößter Fahrzeughersteller vor Volkswagen werden könnte.

Foto: In Großbritannien wurden bis Juli eine Million Nissan vom Modell Juke gebaut (Nissan)