Tokio (JAPANMARKT) – Eine Gruppe Wissenschaftler der Universität Kyoto will mit umprogrammierten Stammzellen mehrere Parkinson-Kranke behandeln. Dies ist weltweit die erste Anwendung dieser neuartigen Therapie.

Klinische Erprobung

Nachdem die staatlichen Behörden den klinischen Test bereits genehmigt haben, werden sieben an Parkinson erkrankte Menschen für die Studie am Krankenhaus der Universität Kyoto ausgewählt. Jeder Japaner kann sich um die Teilnahme bewerben, ein Patient wird jedoch von der Universität Kyoto kommen.

Teamleiter ist Jun Takahashi, Professor am Zentrum für iPS-Zellforschung und -anwendung der Universität Kyoto, kurz CiRA. Er setzt darauf, voll entwickelte menschliche Zellen in pluripotente Stammzellen zu verwandeln. Diese sogenannten iPS-Zellen werden ins Gehirn injiziert und sollen dort zu Nervenzellen heranwachsen, die den Botenstoff Dopamin erzeugen können.

Erfolgreiche Affenversuche

Bei der Parkinson-Krankheit sterben Nervenzellen mit genau dieser Fähigkeit ab. Das Gehirn benötigt das Dopamin jedoch, um Muskeln und damit Bewegungen des Körpers zu steuern. Das Team von Takahashi konnte bei Experimenten an Affen nachweisen, dass sich durch solche injizierten Stammzellen die Symptome von Parkinson verbessern lassen (JAPANMARKT.de berichtete). Sollte es diese Resultate auch beim Menschen geben, will die staatliche Krankenkasse die neue Therapie bezahlen.

Japan gehört zu den Vorreitern bei der regenerativen Medizin mit diesen speziellen Zellen, die von dem Japaner Shinya Yamanaka entdeckt wurden. 2014 fand am staatlich geförderten Riken-Institut die weltweit erste Transplantation von Netzhautzellen aus iPS-Zellen an einen menschlichen Patienten statt. Die Universität Osaka plant einen klinischen Test zur Behandlung von Herzversagen durch die Erzeugung einer neuen Herzmuskelzellschicht aus iPS-Zellen.

Foto: Aus iPS-Zellen gewonnen Neuronen, die Dopamin erzeugen (© Asuka Morizane, Center for iPS Cell Research and Application, Kyoto University)