Tokio (JAPANMARKT) – Der Freihandelsvertrag zwischen Japan und der Europäischen Union (EU) eröffnet einigen Branchen in Japan neue Chancen. Dazu gehören auch die Autobauer und ihre Zulieferer.

Hohe Einsparungen

Nach Einschätzung von Nomura Asset Management werden auch verschiedene japanische Unternehmen von JEFTA – so die Abkürzung für das am 17. Juli unterzeichnete Japan EU Free Trade Agreement – profitieren. Dabei würden nicht nur Zölle abgeschafft, sondern auch einige berüchtigte technische Handelshemmnisse beseitigt.

Insbesondere würden die Zölle auf japanische Fahrzeugexporte in die EU ab dem zweiten Quartal 2019 von 10 Prozent auf 8,75 Prozent sinken und innerhalb der folgenden acht Jahre vollständig verschwinden. Hersteller mit der größten inländischen Produktion – und damit hohen Exportquoten – wie Mazda oder Mitsubishi dürften davon am meisten profitieren.

Rückenwind für Zulieferer

Nach Schätzungen von Nomura Global Markets Research könnte der Wegfall dieser Zölle die japanischen Autobauer bereits ganz ohne europäisches Absatzwachstum um 135 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) entlasten. Das entspricht 2,8 Prozent ihrer jüngsten Betriebsgewinne.

Auch die japanischen Autozulieferer erhalten Rückenwind. Werden die derzeitigen Zollsätze von 2,7 Prozent bis 4,5 Prozent abgeschafft, bringt das laut der Nomura-Kalkulation den Exporteuren von Reifen, Halbleiterbauteilen und anderen Materialien für den Autosektor einen Vorteil von mehr als 20 Milliarden Yen (160 Millionen Euro).

Einsparungen in Gastronomie

Der Nutzen für andere industrielle Exporteure in Japan hängt davon ab, wo ihre Werke liegen, wie viel sie in der EU herstellen, wie hoch ihre Direktimporte aus Japan sind und wie hoch der bestehende EU-Zoll ist. Beispielsweise sei im Maschinenbau allgemein der Anteil der bereits innerhalb der EU anfallenden Produktion hoch, schreibt Nomura. Aber manche Unternehmen wie Makita und Daikin oder Elektronikkonzerne wie Panasonic hätten Fabriken in China und Südostasien, die nicht unter das Freihandelsabkommen fallen.

Auch im japanischen Inland tätige Unternehmen kommen durch JEFTA besser weg. So werden im japanischen Einzelhandel und in der Gastronomie die Kosten für importierte Waren und Zutaten aus der Europäischen Union sinken. Zu den Nutznießern dürften Restaurantketten wie Hiramatsu und Skylark gehören, meint Nomura. Aber auch japanische Genießer von Käse und anderen Milchprodukten kämen auf ihre Kosten.

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