Tokio (JAPANMARKT) – Erstmals seit 20 Jahren baut Japans Telefonriese NTT um. Alle Zukunftshoffnungen ruhen auf dem Datengeschäft.

Misserfolg im Mobilfunk

Schon der Name Nippon Telegraph and Telephone klingt wie aus einer vergangenen Ära. Tatsächlich ist NTT – gemessen am Umsatz – Japans zweitgrößtes Unternehmen hinter Toyota. Doch die Einnahmen aus dem klassischen Festnetzgeschäft sind in knapp zwei Jahrzehnten um drei Viertel geschrumpft.

Für Ausgleich sorgte bisher die Mobilfunktochter NTT Docomo, der Marktführer in Japan vor KDDI (au) und Softbank. Über 60 Prozent des operativen NTT-Gewinns stammen von der Mobilfunktochter. Bisher setzte die NTT-Führung auf die Auslandsexpansion von NTT Docomo als neue Ertragsquelle.

Doch alle diese Versuche über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte – darunter Einstiege bei AT&T (USA), KPN (Niederlande), Three (Großbritannien) und Tata Teleservices (Indien) – blieben stecken. Jetzt will sich NTT Docomo Medienberichten zufolge auch vom italienischen Content-Provider Buongiorno trennen.

Schlagkraft verstärken

Vor diesem Hintergrund kommt es nun zu einem Strategieschwenk zu Daten. Dafür gründet NTT eine neue Dachgesellschaft für ihre Tochtergesellschaften im Datenschäft. Dazu gehören NTT Data und NTT Communications and Dimension Data. NTT Data soll an der Börse bleiben, aber die übrigen vier Gesellschaften könnten verschmolzen werden.

Auf diese Weise will NTT ihren Telefon- und Mobilfunkkunden Lösungen aus einer Hand anbieten – vom IT-System bis zur Auswertung von Daten. Der Erfolg dürfte vor allem aus der schieren Größe und Marktmacht von NTT kommen. Denn ansonsten sind diese Felder bereits von japanischen und ausländischen Wettbewerbern gut abgedeckt.

Foto: Zentrale von NTT Data in Tokio/Shinagawa (Wikipedia CC0)