Tokio (JAPANMARKT) – Die weltweite Nachfrage nach grünem Tee aus Japan ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Ein Grund ist Matcha, also Pulver aus Grüntee.

Rekord in Sicht

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind die Teeexporte um vier Prozent zum Vorjahr auf knapp 2.000 Tonnen gestiegen. Das ist rund fünf Mal so viel wie vor 20 Jahren. Sollte der Trend anhalten, wird es in diesem Jahr einen Rekordexport geben. Davon profitieren die direkten Produzenten von japanischem Grüntee, aber auch verarbeitende Unternehmen wie Japans größter Exporteur von Grüntee-Getränken, Ito En.

Laut einem Bericht der Finanzzeitung „Nikkei“ hängt das stetige Wachstum der vergangenen Jahre unter anderem mit der zunehmenden Popularität von Matcha im Ausland zusammen. Das Pulver aus gemahlenen Teeblättern veredelt zum Beispiel Kaffeegetränke und Desserts.

Gestiegene Preise

Ebenso erfreulich für die japanischen Produzenten sind die gestiegenen Preise für japanischen Grüntee in allen Varianten. US-Käufer müssen aktuell 38 Dollar je Kilogramm bezahlen. Das sind laut dem „Nikkei“-Bericht 80 Prozent mehr als vor drei Jahren. Knapp ein Drittel des japanischen Grüntees geht in die USA.

Erhöhte Preise müssen auch Importeure in Deutschland und Hongkong zahlen. Da ist es ein kleiner Trost, dass durch das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union der Zoll von 3,2 Prozent auf Teeimporte mit weniger als drei Kilogramm Gewicht ab Inkrafttreten des Vertrages im kommenden Jahr wegfällt.

Die wachsende Nachfrage nach japanischem Grüntee hängt nach Ansicht von Analysten nicht nur mit der weltweit zunehmenden Verbreitung von japanischem Essen zusammen, sondern könnte auch eine Folge des Touristenbooms in Japan sein. Nach ihrer Rückkehr möchten viele davon weiter grünen Tee aus Japan erleben und trinken.

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