Tokio (JAPANMARKT) – Am Donnerstag diskutiert eine Industriekommission die Mobilfunktarife in Japan. Die Regierung schlägt sich dabei auf die Seite der Verbraucher.

Spielraum für Preissenkungen

Nach Ansicht von Regierungssprecher Yoshihide Suga könnten die Mobilfunkanbieter ihre Tarife um 40 Prozent senken, wenn man die japanischen Vertragskosten mit denen in Großbritannien und Frankreich vergleiche. Damit machte Suga klar, es gebe Spielraum für Preissenkungen.

Der Wettbewerb zwischen NTT Docomo, KDDI (mit ihrem Service au) und Softbank würde nicht funktionieren, behauptet Suga. Damit setzt die Regierung vor dem Treffen einer eigens eingesetzten Expertengruppe im Innen- und Kommunikationsministerium ein klares Zeichen zugunsten der Kunden.

Allerdings ist die Wahrheit wie immer komplizierter, da es nationale Unterschiede gibt. In einigen Ländern, etwa in Deutschland, mussten die Mobilfunkbetreiber zum Beispiel sehr hohe Summen für die Nutzung bestimmter Frequenzen zahlen. Diese Investitionen haben oft hohe Tarife zur Folge.

Schwieriger Margenvergleich

Der japanische Marktführer NTT Docomo kam im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 4,75 Billionen Yen und einen Betriebsgewinn von 960 Milliarden Yen auf eine operative Marge von 20 Prozent. Bei KDDI und Softbank ist dies schwieriger zu ermitteln, da sie auch noch Festnetz und Breitband anbieten.

Zum Vergleich: Der weltgrößte Mobilfunkanbieter außerhalb Chinas, Vodafone, erzielte 2017 bei einem Umsatz von 46,6 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 4,3 Milliarden Euro. Das ergibt lediglich eine Marge von neun Prozent. Auf diesen Unterschied zu NTT Docomo könnte sich der Vergleich von Suga beziehen.

Deutschland gilt ebenfalls als Land mit hohen Mobilfunktarifen. Die Deutsche Telekom als Marktführer verdiente 2017 vor Steuern 22,5 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 74,9 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich eine Vorsteuermarge von 30 Prozent. Die deutsche Regierung mischt sich allerdings nicht in die Bildung der Endtarife ein.

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