Tokio (JAPANMARKT) – Trotz hoher Recyclingquoten verbraucht Japan viel Wegwerfplastik. Nun will die Regierung abbaubare Ersatzmaterialien fördern.

Ocean Plastic Charter

Bei ihrem Gipfel in Kanada im Juni vereinbarten die G7-Staaten eine „Ocean Plastic Charter“, damit weniger Plastikmüll und Mikroplastik im Meer landet. Allerdings wollten weder die USA noch Japan unterschreiben. Die Regierung in Tokio argumentierte damit, dass man die Folgen für die japanischen Verbraucher nicht abschätzen könne.

Aber Tatsache ist, dass Japan nach China am meisten Wegwerfplastik pro Kopf der Bevölkerung verbraucht. Unterdessen hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, auf Strohhalme, Besteck und Teller aus Plastik zu verzichten. Bis 2025 sollten die EU-Staaten 95 Prozent der PET-Flaschen wiederverwerten.

Subventionen für Entwicklung

Das scheint jetzt das japanische Umweltministerium in Bewegung zu setzen. Laut einem Bericht der Finanzzeitung „Nikkei“ plant das Ministerium Subventionen von fünf Milliarden Yen (39 Millionen Euro) für Plastikhersteller, die biologisch abbaubare Materialien für Strohhalme und ähnlich typisches Wegwerfplastik entwickeln.

Darüberhinaus will das Umweltministerium bis zum Jahresende konkrete Zahlenziele für den Verbrauch von Einwegplastik veröffentlichen. Die Botschaft wird bereits gehört: So will die japanische Restaurantgruppe Skylark bis 2020 auf die Verwendung von Plastikstrohhalmen verzichten.

Einstweilen müssen die japanischen Verbraucher jedoch selbst versuchen, weniger Plastik zu verbrauchen. So könnten sie wiederverwertbare Flaschen benutzen, an der Kasse auf die angebotene Plastiktüte verzichten und bei Kaffeehäusern wie Starbucks und Tully’s mit dem eigenen Becher bestellen – die Option gibt es bereits.

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