Tokio (JAPANMARKT) – Aufladbaren Akkumulatoren mit festen Elektrolyten gehört die Zukunft. Dabei wollen Japans Auto- und Elektronikindustrie technologisch weiter vorne bleiben.

TDK prescht vor

Im Dezember brachte TDK die erste praktische Anwendung einer Feststoffbatterie zur Marktreife. Seitdem verkauft das Unternehmen davon bis zu 30.000 Stück im Monat. Bei Maßen von 4,5 mal 3,2 mal 1,1 Millimeter ist das „CeraCharge“ genannte Gerät nur so groß wie ein Reiskorn und eignet sich besonders als Stromspender für kleine Geräte im Internet der Dinge.

Ähnlich wie Keramik-Kondensatoren basiert CeraCharge auf einer Vielschicht-Technologie und vereint eine relativ hohe Energiedichte auf kleinstem Raum mit der Prozesssicherheit bei der Herstellung solcher Elemente. Der Akku lässt sich bis zu 1.000 Mal wieder aufladen, hat bei einer Nennspannung von 1,4 Volt eine Kapazität von 100 Mikro-Ampere-Stunden und lässt sich beliebig in Serie oder parallel schalten.

Verbund gegründet

CeraCharge ist das aktuelle Vorzeigestück im Bestreben von Japans Industrie, auch nach dem Abschied von der Lithium-Ionen-Technologie im nächsten Jahrzehnt ihre führende Rolle bei aufladbaren Energiespeichern in der Elektronik- und Autoindustrie zu behalten. Dafür schlossen sich Mitte Juni sogar 23 Unternehmen und 15 Forschungseinrichtungen unter Führung der staatlichen Agentur NEDO zusammen.

Ähnlich wie Deutschland spürt auch Japan in der Batterietechnologie Handlungsdruck. Die chinesische Contemporary Amperex Technology hat soeben Panasonic als weltgrößten Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen für Fahrzeuge abgelöst und wird demnächst Volkswagen mit Akkus für Elektroautos beliefern. Doch noch hält Japan die Hälfte aller Patente für Feststoffbatterien.

Zu den Innovatoren gehören laut der Finanzzeitung Nikkei die Unternehmen Toho Titanium (mit einem Akku auf Basis von Titanium und Lanthanum) und Ohara (auf Basis von Glas). Fujitsu sucht mit künstlicher Intelligenz nach geeigneten Batteriematerialien. Unterdessen entwickeln Murata Manfacturing und Taiyo Yuden – wie TDK – Miniakkus für das Internet der Dinge.

Foto: TDK