Tokio (JAPANMARKT) – Toyota baut das Engagement beim US-Mitfahrdienst Uber aus. Eine Kooperation beim autonomen Fahren lässt man sich eine halbe Milliarde Dollar für eine Kapitalbeteiligung kosten.

Beginn in drei Jahren

Die gemeinsame Strategie ist schon sehr konkret definiert: Toyota und Uber kombinieren ihre Assistenzsysteme für Autofahrer und bauen sie in Toyota-Minivans vom Modell „Sienna“ ein. Diese Fahrzeuge werden von Uber für Mitfahrdienste in den USA benutzt. Eine dritte, ungenannte Partei soll die Wagenflotte betreiben. Das Pilotprojekt soll 2021 beginnen.

Dadurch wollen Toyota und Uber schneller autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen und ihren mutmaßlichen Rückstand auf Wettbewerber aufholen. Die Google-Gründung Waymo und US-Platzhirsch General Motors gelten derzeit als technologisch führend.

Das mit einer Milliarde US-Dollar gegründete Forschungsinstitut von Toyota in Kalifornien hat bisher zwei Systeme für selbständiges Fahren entwickelt: Das Programm „Guardian“ unterstützt den Fahrer und das System „Chauffeur“ soll frühestens ab 2020 Roboterautos steuern.

Uber wiederum testete ein eigenes System für vollständig autonome Fahrzeuge, wurde jedoch im März durch einen tödlichen Unfall gestoppt. Dabei wurde eine Fußgängerin überfahren. In den Sienna-Minivans sollen „Guardian“ von Toyota und das Uber-System zusammenarbeiten. Fahrten ohne Fahrer werden aber vorerst nicht angestrebt.

Japanischer Sonderweg?

Mit dem Uber-Engagement entwickelt sich Toyota unter den Autobauern zum Vorreiter in der Zusammenarbeit mit Mitfahrdiensten. Erst im Juni hatte Toyota eine Milliarde Dollar in den Fahrdienstleister Grab aus Singapur für Südostasien gesteckt.

Nur General Motors ist bisher in ähnlich großem Stil den Weg von Toyota gegangen. Der US-Marktführer beteiligte sich mit 500 Millionen Dollar am Uber-Rivalen Lyft, der jedoch später Ford als Partner für autonomes Fahren wählte.

Dagegen hat sich Volkswagen (VW) bisher nur an dem relativ kleinen Mitfahrdienst Gett aus Israel beteiligt. In der ersten Runde flossen 300 Millionen Dollar, in der zweiten unter Führung von VW 80 Millionen Dollar.

Gleichzeitig baut VW mit der Marke Moia einen eigenen Shuttledienst auf. So fahren seit Ende Juli zunächst 35 VW-Busse von Moia als Taxialternative im Regelbetrieb in Hannover.

Foto: Uber CEO Dara Khosrowshahi und Toyota-Vizepräsident Shigeki Tomoyama (Toyota)