Tokio (JAPANMARKT) – Japan hat versprochen, den eigenen riesigen Bestand an Plutonium zu verringern. Dabei gibt es jedoch einen neuen Rückschlag.

Kreislauf für Plutonium

Japans Nuklearpolitik enthält so viele Widersprüche, dass sie sich kaum aufzählen lassen. Dazu gehört auch der gescheiterte Traum von der Nutzung von Plutonium. 47 Tonnen dieses Stoffs hat Japan aus abgebrannten Brennelementen extrahiert, das meiste davon im Ausland. Nach internationaler Kritik hat die Regierung kürzlich die Verringerung angekündigt.

Die Plutoniumgewinnung ist Ländern ohne Atomwaffen eigentlich untersagt. Für Japan wurde jedoch eine Ausnahme gemacht, weil dort ein Plutoniumkreislauf geplant war – inklusive Schnellem Brüter und Wiederaufarbeitungsanlage. Dadurch wollte Japan bis zum Jahr 2100 in der Energieversorgung autark werden.

Diese Vision ist gescheitert: Der Prototyp eines Schnellen Brüters wird eingemottet, die Wiederaufbereitungsanlage funktioniert nicht. Immerhin will man das extrahierte Plutonium in sogenannten Mischoxid-Brennelementen nutzen. Diese MOX-Stäbe bestehen aus Plutonium und angereichertem Uran.

Verzögerung bis 2026

Eine große Hoffnung ruhte auf einem neuen Atomkraftwerk in der Präfektur Aichi. Der Reaktor mit einer Nennleistung von 1,3 Gigawatt, seit 2010 im Bau und von Hitachi zu etwa 40 Prozent errichtet, könnte jährlich 1,1 Tonnen Plutonium in Form von MOX-Elementen nutzen. Normale Reaktoren vertragen höchstens ein Drittel Mox-Stäbe mit insgesamt 0,4 Tonnen Plutonium.

Doch die Fertigstellung dieses ersten Atomkraftwerks von J-Power, so der Markenname von Electric Power Development Company, verzögert sich um weitere zwei Jahre bereits zum dritten Mal. Diesmal ist die vorgeschriebene Prüfung des Kraftwerks auf Beben- und Tsunami-Sicherheit die Ursache. Die Atomanlage in Oma wird nun nicht vor 2026 ans Netz gehen.

Foto: Bauarbeiten in Oma 2014 (© Electric Power Development Co.)