Tokio (JAPANMARKT) – Ein deutsches und ein japanisches Unternehmen entwickeln bessere Transmitter für OLED-Bildschirme. Beide haben auch die gleichen Investoren. Das heizt ihren Wettlauf an.

Bessere Emitter für Pixel

Die sogenannte TADF-Technologie kombiniert hohe Effizienz, hohe Lebensdauer, geringen Stromverbrauch und höhere Auflösung. Die Abkürzung TADF steht für „Thermally Activated Delayed Fluorescence“. Die deutsche Cynora aus Bruchsal entwickelt Materialien für blaue TADF-Emitter. Danach kommen Grün und Rot an die Reihe, um alle RGB-Pixel abzudecken.

Im September vergangenen Jahres investierten die koreanischen OLED-Bildschirm-Hersteller LG Display und Samsung 25 Millionen Euro in Cynora. Denn die Deutschen gelten bei dieser neuen Materialtechnologie als führend. Die Massenproduktion der blauen Emitter könnte Branchenberichten zufolge 2020 beginnen.

Alternative Hyperfluoreszenz

Ein harter Wettbewerber kommt jedoch aus Japan. Kyulux hat eine eigene Technologie entwickelt, die als „Hyperfluoreszenz“ bezeichnet wird. Sie soll TADF überlegen sein, deren Emissionsspektrum relativ breit ist. Mitte Juli verkündeten die Japaner einen Leistungssprung ihrer Technologie.

Auch Kyulux erhält Hilfe aus Südkorea: Im Januar vereinbarten Kyulux und LG Display eine gemeinsame Forschung an TADF- und Hyperfluoreszenz-Emittern. Jetzt folgte eine ähnliche Vereinbarung für blaue Emitter mit Samsung Display, möglicherweise als Reaktion auf den jüngst erzielten Fortschritt.

Bei den Kooperationen dürfte es laut einem Bericht der Branchenseite Elektroniknet vor allem um die Verlängerung der Lebensdauer gehen. Bislang halten die blau abstrahlenden Emitter bei einer bestimmten Quantenausbeute nur 100 Stunden lang. Die ersten serienreifen Hyperfluoreszenz-Emitter von Kyulux soll demnach im Juni 2019 kommen.

Foto: © Kyulux