Tokio (JAPANMARKT) – Japans viertgrößter Autohersteller Suzuki zieht sich aus dem weltgrößten Fahrzeugmarkt China zurück. Das Fundament sollen Indien und Afrika sein.

Rückzug aus China

Bewusst verzichtet der japanische Hersteller, der sich auf besonders sparsame und preisgünstige Fahrzeugen konzentriert, auf eine Präsenz in den zwei größten Automärkten der Welt – also China und die Vereinigten Staaten. Lapidar kündigte Suzuki soeben an, sich nach immerhin 25 Jahren aus der Autoproduktion in China zurückziehen.

Der 50-prozentige Anteil an dem chinesisch-japanischen Gemeinschaftsunternehmen Chongqing Changan Automobile wird an den chinesischen Partner Changan verkauft. Danach werden die Chinesen Automodelle von Suzuki noch in Lizenz bauen. Bereits im Juni hatte Suzuki den 46-prozentigen Anteil an einem Joint Venture mit Changhe Automobile veräußert.

Das japanische Unternehmen begründete den Rückzug aus China damit, dass sich der Markt in Richtung größerer Fahrzeuge entwickelt habe. Damit ist der starke Trend zu SUV-Modellen gemeint, der seit einigen Jahren in China zu beobachten ist. Ein zweites Motiv für Suzuki dürfte die staatliche Vorgabe für die Autobauer sein, ab 2019 mehr und mehr Elektroautos zu verkaufen. Bisher produziert Suzuki keine Elektroautos.

Ausbau in Indien

Nun werden alle Anstrengungen und Ressourcen von Suzuki auf Indien und Afrika gerichtet. In Indien kontrolliert Suzuki mit dem indischen Partner Maruti rund 50 Prozent des Marktes. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Absatz auf dem Subkontinent um 14 Prozent auf 1,65 Millionen Einheiten.

Dennoch fährt Suzuki die Kapazität in Indien schrittweise auf fünf Millionen Einheiten hoch, da das Marktvolumen von heute drei Millionen bis 2030 auf zehn Millionen wachsen soll. Die Japaner gehen also davon aus, dass sie ihren jetzigen Marktanteil gegen die wachsende Konkurrenz verteidigen. Von Indien aus will Suzuki dann die unerschlossenen Automärkte von Afrika erobern.

Foto: Konzernzentrale in Hamamatsu (Suzuki)