Tokio (JAPANMARKT) – Ein japanisches Gerät kann unterbewusste Reaktionen auf Produkte, Werbung und Kommunikation analysieren. Jetzt lässt es sich auch in Deutschland nutzen.

Elektrode für EEG-Messung

Der „Emotion Analyzer“ ist eine Entwicklung des japanischen Werberiesen Dentsu, in der mehr als 15 Jahre Forschung stecken. Ein Headset mit einer einzelnen Elektrode für die Stirn und ein Tablet-Computer reichen, um Veränderungen der Gehirnwellen zu registrieren. Eine Software visualisiert die Ergebnisse.

Nach Angaben von Dentsu lassen sich damit die Produkte, Werbung und Kommunikation mit Kunden optimieren, weil die Software anhand der aufgezeichneten EEG-Wellen Stress, Konzentration, Entspannung, Unruhe, Abneigung und Appetit erkennen kann.

Der Modeverkäufer Uniqlo hat das Gerät zum Beispiel eingesetzt, um Kunden bei der Auswahl von T-Shirts zu helfen. Ein anderes Einsatzgebiet ist die Pflege in Japan. Als „Care Communicator“ interpretiert das Gerät die Gehirnwellen von Demenzkranken und Komapatienten, wenn sie angesprochen und berührt werden oder Musik vorgespielt bekommen.

Erstanwendung in Europa

Als erste Agentur in Europa bietet die Wiener „IQ Mobile“ nun Unternehmen an, den Emotion Analyzer für die Quantifizierung von Verbraucherverhalten einzusetzen. Ein Beispiel: Sekundengenau lässt sich anhand des Geräts erkennen, wann die Konzentration der Betrachter eines Werbevideos besonders hoch ist, heißt es in einem Testbericht. An dieser Stelle ließe sich dann das Logo oder das Produkt einblenden.

Nach Angaben von IQ Mobile reagierten mehrere Testpersonen bei einem Werbespot eines Lebensmitteleinzelhändlers negativ auf einen Blumentopf, der damit von den relevanten Inhalten der Werbung ablenkte. Dieser kam im Video zwar nur am Rande vor, löste aber einen außerordentlichen Stresslevel bei etlichen Betrachtern aus. Anhand dieser Analyse ließe sich der Werbespot optimieren.

Foto: Emotional Analyzer (© Dentsu)