Tokio (JAPANMARKT) – Die Zweifel am Überleben von Pioneer waren groß. Doch jetzt kommt eine rettende Kapitalspritze aus Hongkong.

Beteiligungsfonds hilft

Das Geld kommt von dem Beteiligungsfonds Baring Private Equity Asia. Der Fonds investiert bis Ende Dezember bis zu 60 Milliarden Yen (465 Millionen Euro). Davon fließen 25 Milliarden Yen zum 18. September, damit Pioneer einen fälligen Bankkredit zurückzahlen kann. Für die Beteiligung soll Baring neue Aktien erhalten.

An der Börse sackten die Titel von Pioneer auf das Allzeittief von 117 Yen. Bei einer Marktkapitalisierung von nur noch 44,8 Milliarden Yen bedeutet der Einstieg des Fonds eine massive Verwässerung der bestehenden Anteile. Größter Einzelaktionär mit 7 Prozent ist derzeit Mitsubishi Electric. Die bisherigen Anteilseigner müssen dem Geschäft mit Baring auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 30. September zustimmen. Pioneer selbst will an der Börse bleiben.

Schwieriges Navi-Geschäft

Das 1938 gegründete Unternehmen war Japans führender Hersteller von Audiogeräten in Autos, erfand die Laserdisk für Karaoke-Systeme und war zeitweise der größte Hersteller von Plasmafernsehern. Später konzentrierte sich Pioneer auf GPS- und Navigationssysteme für Fahrzeuge. Doch viele Japaner benutzen für die Navigation im Auto lieber ihr Smartphone. Dadurch fehlen die Einnahmen, um die Navis für künftige autonome Fahrzeuge zu entwickeln.

Die letzten zwei Geschäftsjahre endeten mit roten Zahlen. Im ersten Quartal fiel mit 6,6 Milliarden Yen (51 Millionen Euro) ein weiterer Verlust an. Danach teilte das Unternehmen offiziell mit, sein Überleben sei nicht mehr gesichert. Verhandlungen über einen Einstieg von anderen Zulieferern, darunter die Ex-Nissan-Tochter Calsonic Kansei, blieben ohne Ergebnis.

Foto: © Pioneer