Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Unternehmen kaufen am liebsten in den USA zu. Diese Vorliebe zeigte sich noch nie so stark wie im bisherigen Jahresverlauf.

Wichtigster Markt

Die USA sind der wichtigste Handelspartner von Japan. In keinem anderen Land stehen mehr japanische Fabriken. Die Bindung an die größte Wirtschaftsmacht der Welt hängt auch mit den starken politischen und kulturellen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan als Folge des Weltkrieges zusammen.

Die Gesamtheit dieser Faktoren dürfte als Erklärung dafür ausreichen, warum US-amerikanische Unternehmen so häufig von japanischen Unternehmen übernommen werden. Im Vorjahr zum Beispiel flossen hohe 45 Prozent der japanischen M&A-Investitionen von insgesamt 65,4 Milliarden Dollar in die USA.

Neuer M&A-Rekord

Nach den neuesten Daten von Thomson Reuters hat die japanische Kaufwelle in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht. Zwischen dem 1. Januar und dem 11. September erwarben japanische Unternehmen in insgesamt 147 Deals – so vielen wie noch nie – US-Unternehmen für einen Kaufpreis von insgesamt 34,2 Milliarden Dollar.

Das ist ein Anstieg um 30,6 Prozent zum Vorjahr und liegt deutlich über dem alten Rekord von 29,3 Milliarden Dollar während des gleichen Zeitraums im Jahr 2014. Allerdings müsste das Deal-Volumen bis zum Ende dieses Jahres noch auf über 47,9 Milliarden Dollar steigen, um auch für das Gesamtjahr 2018 einen neuen Rekord aufzustellen.

Zwei Mega-Deals

Immerhin zwei der zehn größten japanischen Übernahmen in den USA wurden im laufenden Jahr getätigt – der Einstieg von Softbank bei dem Fahrdienstvermittler Uber für 7,7 Milliarden Dollar am Jahresanfang und die Übernahme von Integrated Device Technology durch Renesas Electronics für 6,8 Milliarden Dollar in dieser Woche.

Beide Summen sind allerdings weit entfernt von den beiden bisher größten Deals – die Übernahme von Mobilfunkanbieter Sprint Nextel durch Softbank für 21,6 Milliarden Dollar im Jahr 2012 sowie der Zukauf des Whiskyproduzenten Beam durch Suntory Holdings für 15,7 Milliarden Dollar im Jahr 2014.

Foto: Freiheitsstatue und New York (Pixabay CC0)