Tokio (JAPANMARKT) – Die alternde Gesellschaft in Japan verursacht höhere staatliche Gesundheitskosten. Prävention und ehrenamtliches Engagement sollen den Anstieg bremsen.

Steigende Ausgaben

Die staatlichen Gesundheitsausgaben in Japan werden laut einer Schätzung des Gesundheitsministeriums von 35,1 Billionen Yen im Haushaltsjahr 2012 auf 54 Billionen Yen (419 Milliarden Euro) im Haushaltsjahr 2025 steigen. Das wäre ein Anstieg um rund 50 Prozent als Folge der wachsenden Zahl von Senioren.

Bisher setzten die staatlichen Gesundheitspolitiker im Kampf gegen die Kostenexplosion vor allem auf Preiskontrollen für Arzneimittel sowie die Förderung von preisgünstigeren Generika. Doch wegen der hohen Preise für neuentwickelte Arzneimittel reichen diese Gegenmaßnahmen nicht mehr aus.

Prävention als Fokus

Deswegen setzt der Staat neuerdings auf Prävention von Krankheiten und arbeitet dafür mit privaten Unternehmen zusammen. Wie die Agentur Bloomberg berichtete, sorgt zum Beispiel die Stadt Hachioji im Westen der Hauptstadt Tokio mithilfe des Beratungsunternehmens Cancer Scan dafür, dass mehr Einwohner auf Darmkrebs untersucht werden. Die Früherkennung verringert die Behandlungskosten.

Die Lokalregierung Ina in der Präfektur Nagano wiederum hat sich mit dem Fitnessstudio-Betreiber Rizap Group verbündet. Für jeden Teilnehmer von Gruppen-Fitnessübungen, der sein „Körperalter“ um zehn Jahre gesenkt hat, erhält Rizap eine Prämie. Das Unternehmen will das Programm in der Hälfte der 1.700 Lokalverwaltungen in Japan anbieten. Die Stadt Kobe konzentriert sich unterdessen auf die Vorbeugung von Diabetes durch die Verbesserung von Ess- und Bewegungsgewohnheiten von gefährdeten Bewohnern.

Ein Umdenken gibt es in Japan auch bei Alzheimer und Demenz. Statt im Krankenhaus sollen diese Kranken in ihrer normalen Umgebung bleiben. Der neue „Orange Plan“ sieht regelmäßige Besuche der Erkrankten und eine massenhafte Schulung von ehrenamtlichen Helfern vor, um die Behandlungskosten für Alzheimer und Demenz zu senken. Ein Beispiel liefert die Stadt Matsudo. Dort erhalten Demenzkranke ein Band mit einem QR-Code mit ihren persönlichen Informationen.

Foto: Großer Buddha von Kamakura (flickr/Nathan Jones CC BY-NC 2.0)