Tokio (JAPANMARKT) – Die Grundstückspreise in Japan sind erstmals seit 27 Jahren im Schnitt gestiegen. Das gilt nicht nur für die Metropolen.

Ende des Preisverfalls

Laut der neuen Umfrage des Ministeriums für Boden, Infrastruktur und Verkehr stiegen die Grundstückspreise bis zum 1. Juli landesweit um 0,1 Prozent zum Vorjahr. Immerhin 19 der 47 Präfekturen verzeichneten ein positives Wachstum. Der Grund ist eine Kombination aus stärker steigenden Preisen für Gewerbeimmobilien und weniger stark fallenden Preisen für Wohnimmobilien.

So stiegen die durchschnittlichen Gewerbegrundstückspreise in Japan um 1,1 Prozent zum Vorjahr das dritte Jahr in Folge. Im Vorjahr kletterten sie nur um 0,5 Prozent. In den drei Metropolen Tokio, Nagoya und Osaka legten diese Preise um 4,2 Prozent zu, während sie in den vier wichtigsten Regionalstädten Sapporo, Sendai, Hiroshima und Fukuoka um durchschnittlich 9,2 Prozent vorrückten.

Tourismus als Ursache

Als eine wichtige Ursache für die Trendumkehr nannte das Ministerium den stark gewachsenen Tourismus. In diesem Jahr erwartet Japan rund 30 Millionen ausländische Besucher, fast vier Mal so viel wie 2010 im Jahr vor der Tsunami-Katastrophe.

Der Tourismus macht Grundstücke in Innenstadtlage als Standorte für Hotels, Kaufhäuser und Geschäfte lukrativer. Allein in Kyoto stiegen die Grundstückspreise für solche Immobilien um 7,5 Prozent. Außerdem werden für den Tourismus neue Straßen und bessere Verkehrsverbindungen gebaut, was ebenfalls die Immobilienpreise erhöht.

Rückgang bei Wohnimmobilien

Laut den neuen Daten ging der Verfall der Preise für Wohngrundstücke zwar weiter. Im Schnitt fielen sie landesweit um 0,3 Prozent das 27. Jahr hintereinander. Aber das Tempo des Rückgangs verlangsamte sich.

Der Durchschnittswert verdeckt zudem starke regionale Unterschiede. In bestimmten Stadtlagen rings um beliebte Umsteigebahnhöfe zum Beispiel steigen die Preise bereits deutlich, während viele Grundstücke auf dem Land durch den Wegzug der jüngeren Bevölkerung stärker an Wert verlieren.

Die Immobilienpreise in Japan hatten zuletzt 1991 zugenommen. Damals betrug die Wachstumsrate 3,1 Prozent. Danach begann jedoch ein langer Abwärtstrend bei den Grundstückspreisen, weil die gewaltige Spekulationsblase bei Aktien und Immobilien aus den 1980er Jahren langsam, aber stetig schrumpfte.

Foto: Kyoto (all-free-photos.com CC BY-NC-SA 2.5)