Tokio (JAPANMARKT) – Die Bank of Japan beschloss am Mittwoch erneut, ihre extreme Geldpolitik beizubehalten. Damit wächst der Innovationsdruck auf Japans Geschäftsbanken.

Notenbank bleibt auf Kurs

Seit August erlaubt die japanische Notenbank, dass die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe um 20 Basispunkte von ihrem politischen Ziel von 0,0 Prozent abweicht. Zuvor ließ die Bank of Japan nur zehn Basispunkten Schwankung zu. Die relativ geringe Veränderung enttäuschte die Ausstiegshoffnung von Investoren und Institutionen.

Die Geldschleusen in Japan bleiben weit offen. Nach Ansicht des Vermögensverwalters Fidelity International wird sich daran in den nächsten zwei Jahren und wahrscheinlich darüber hinaus nichts ändern, da die Inflation noch weit von der Zielrate von 2,0 Prozent entfernt ist.

Schmerz nicht groß genug

Der andere Auslöser für einen Ausstieg aus dem Quantitative Easing könnte eine potenzielle Funktionsstörung des Finanzsektors sein. Doch bislang sei der Schmerz der Institute noch nicht stark genug, um die Zentralbank dazu zu bringen, ihre massive monetäre Lockerung aufzugeben, meinte Katsumi Ishibashi, Director of Research bei Fidelity International.

Selbst wenn die Zinsen auf niedrigem Niveau verharrten, verzeichneten nur wenige Banken Verluste. Die meisten Regionalbanken seien nach wie vor profitabel, auch dank Portfoliogewinnen bei ihren Wertpapieren, meinte Ishibashi. Japans Banken seien immer noch in der Lage, über ihren Eigenkapitalanforderungen zu bleiben. Das gebe ihnen einen Puffer bei sinkenden Reserven.

Transformation der Geschäfte

Für besonders gefährdet hält Ishibashi die Regionalbanken. Wenn ihre Kreditkosten steigen oder wenn sie mehr Verluste in ihren Wertpapierportfolios erleiden, könnten viele Regionalbanken leicht Verluste buchen. Die Großbanken konnten das schwache Inlandsgeschäft durch den Ausbau ihres Auslandsgeschäfts auffangen. Aber seitdem die US-Notenbank die Zinsen erhöht, steigen die Finanzierungskosten im Ausland und die globalen makroökonomischen Bedingungen werden schwieriger.

Der Fidelity-Analyst sieht daher nur einen Weg für Japans Banken: Sie müssten den Negativzins als einen Katalysator für die Transformation ihrer Geschäfte nutzen. Konkret empfiehlt er den Wandel zu Nichtbanken, die Einführung von Fintech-Lösungen und eine stärkere Präsenz im Ausland.

Foto: Geldautomaten in Japan (Wikipedia CC BY-SA 3.0)