Tokio (JAPANMARKT) – Die Zahl der Ausländer in Japan ist auf einen neuen Rekord gestiegen. Am schnellsten wuchs die Zahl der technischen Trainees.

Chinesen vorne

Zur Jahresmitte 2018 lebten nach japanischen Presseberichten auf der Basis von Angaben des japanischen Justizministeriums 2,637 Millionen Ausländer in Japan. Das entspricht zwar nur knapp 2,1 Prozent der Bevölkerung, die auf rund 126,6 Millionen leicht gesunken ist. Aber die Wachstumsrate von 2,9 Prozent ist beachtlich hoch.

Rechnet man den Anteil der Japaner mit koreanischer und taiwanesischer Abstammung von rund 41 Prozent heraus, die Japan traditionell als Ausländer zählt, betrug die Wachstumsrate sogar fünf Prozent. Von knapp 1,6 Millionen „richtigen“ Ausländern stammten mit Stichtag 30. Juni knapp 742.000 und damit knapp die Hälfte aus China. Die zweitstärkste Gruppe bildeten die 292.000 Vietnamesen.

Trainees im Fokus

Das größte Wachstum verzeichnete die Gruppe der technischen Trainees. Das sind – zumindest auf dem Papier – qualifizierte Facharbeiter aus Schwellenländern, die ein Visum für einen dreijährigen Weiterbildungsaufenthalt in Japan erhalten. Oft übernehmen sie jedoch Arbeiten, die diesen Zweck nicht erfüllen. Ihre Zahl stieg um mehr als vier Prozent auf knapp 286.000.

Viele derzeitige ausländische Arbeitskräfte sind mit einem Studentenvisum ins Land gekommen. Studenten dürfen nämlich 28 Stunden pro Woche legal arbeiten (JAPANMARKT berichtete). Die Zahl der Ausländer mit diesem Status betrug zuletzt rund 324.000.

Die japanische Regierung will die Zahl der Trainees erhöhen und ihnen künftig Aufenthalte von bis zu fünf Jahren ermöglichen, um den großen Mangel an Arbeitskräften in einigen Branchen zu lindern. Zudem dürfen ab April 2019 auch ungelernte Arbeitskräfte kommen, die vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen sowie auf dem Lande eingesetzt werden sollen.

Foto: Japanischer Farbholzschnitt mit Darstellung von Ausländern in Japan (Wikipedia CC0)