Tokio (JAPANMARKT) – Panasonic und Sigma aus Japan bilden mit Leica eine Allianz für die gemeinsame Nutzung von Objektiven für spiegellose Kameras. Dahinter stecken mehrere Motive.

Schnittstelle zum Objektiv

Das Bündnis bezieht sich auf Wechselobjektive für Bildsensoren im Voll- sowie APS-C-Format für spiegellose Kameras. Künftig dürfen auch Objektive von Panasonic und Sigma das sogenannte L-Bajonett (englisch: L-Mount) von Leica verwenden. Dann würden solche japanischen Objekte direkt und ohne Adapter auf einige Leica-Kameras passen und umgekehrt. Über das Bajonett wird auch eine digitale Verbindung zwischen Okjektiv und Kamera erzeugt.

Die gemeinsame Nutzung des L-Standards ermöglicht einerseits Fotografen neue Kombinationen von Kameras und Objektiven. Leica spricht von einer „Ära neuer kreativer Freiheit“. Andererseits erweitert der deutsche Hersteller damit den eigenen Absatzmarkt für seine spiegellosen Modelle, weil die japanischen Objektive deutlich preiswerter sein werden als die deutschen Linsen. Das senkt die Schwelle für den Einstieg bei der deutschen Premiummarke.

Wettbewerb bei Spiegellosen

Die deutsch-japanische Allianz für einen einheitlichen Bajonettverschluss richtet sich direkt gegen die beiden Kamerariesen Nikon und Canon, die jüngst in den Markt der hochwertigen spiegellosen Kameras mit Voll- und APS-C-Format eingestiegen sind (JAPANMARKT berichtete). Das setzt auch die Hochpreismarke Leica unter Druck, da man auf diesem Feld bisher nur mit Sony konkurrierte.

Das von Leica entwickelte L-Mount-System kam 2014 auf den Markt und wird in den spiegellosen TL-Modellen des deutschen Herstellers eingesetzt. Die Verwendung des Leica-Bajonettverschlusses erlaubt es auch Panasonic, Kameras mit Vollformatsensoren anzubieten. Zwei Modelle dieser Art wurden zusammen mit der L-Mount-Allianz bereits verkündet.

Foto: Logo für L-Mount (Leica)