Tokio (JAPANMARKT) – Fujitsu hat die Kompression von hochaufgelösten Videobildern stark verbessert. Das könnte die Einführung von autonomen Autos erleichtern.

Riesige Datenmengen

Es geht um die Kompression von Videobildern, die die zahlreichen Kameras von Assistenzsystemen in Fahrzeugen während der Fahrt aufzeichnen. Derzeit erzeugen diese Systeme so große Datenmengen, dass sie sich nicht übertragen lassen. Deswegen müssen sie im Fahrzeug gespeichert und später ausgewertet werden.

Ein neuer Algorithmus von Fujitsu komprimiert hochaufgelöste Videos jedoch so stark, dass sie sich in Echtzeit in Datenzentren hochladen lassen. Die notwendige Technologie dafür stammt aus dem 4K- und 8K-Fernsehen, das Fujitsu mitentwickelt hat. Normalerweise werden solche Videodaten im Verhältnis 80 zu 1 komprimiert. Bei Fujitsu sind es nun 1.000 zu 1.

Vorteile einer Übertragung

Daraus ergeben sich zwei Vorteile. Die Autos mit Assistenzsystemen können die während der Fahrt aufgezeichneten Daten in Echtzeit hochladen. Dadurch ließen sich die Umgebungen von Straßen hochaktuell dreidimensional speichern und von anderen Fahrzeugen abrufen und verwenden.

Zweitens könnte die Analyse der Bilder von fahrenden Autos in Datenzentren stattfinden. Von dort würden Gefahrensituation mithilfe von künstlicher Intelligenz rechtzeitig erkannt und per Signal an das Fahrzeug abgewendet. Die Auslagerung spart die Kosten für ein solches Analysesystem in jedem einzelnen Fahrzeug.

Als Voraussetzung für solche Systeme gilt die Einführung des ultraschnellen Mobilfunkstandards 5G. Vor diesem Hintergrund arbeitet Fujitsu nach Informationen der Finanzzeitung „Nikkei“ an einer Kommerzialisierung dieser Technologie bis 2021. Das Unternehmen setzt in diesem Zusammenhang auf den Automobilsektor als neues Wachstumsfeld.

Foto: Autonomes Auto im Test (Nissan)