Tokio (JAPANMARKT) – Rund die Hälfte von Japans Regionalbanken schreiben rote Zahlen. Ein Grund ist der Negativzins, ein anderer sind Wertpapierverluste.

Schwaches Kerngeschäft

Laut einem Bericht der japanischen Finanzaufsicht FSA erwirtschafteten 54 Regionalbanken im abgelaufenen Finanzjahr (bis 31.3.) in ihrem operativen Kerngeschäft mit Krediten und Fondsverkäufen Verluste, 52 davon das zweite Jahr in Folge. Die FSA forderte diese Banken auf, rasch ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln.

Auf den ersten Blick sehen die Bilanzen der Regionalbanken zwar gesund aus. Ihr Nettogewinn im ersten Geschäftsquartal stieg in der Summe um ein Fünftel auf 366,4 Milliarden Yen (2,8 Milliarden Yen). Doch dafür realisierten die Institute zum einen Buchgewinne bei Aktien und begrenzten zum anderen ihre Verluste bei Anleihen. Binnen zwei Jahren ist jedenfalls die Summe der nicht realisierten Gewinne ihrer Wertpapierportfolios um rund drei Fünftel auf 1 Billion Yen (7,6 Milliarden Euro) geschrumpft.

Verluste mit Staatsanleihen

Dies hängt teilweise mit Wertverlusten bei Anleihen zusammen. 2017 summierten sich die bilanzierten Verluste dieser Papiere auf 121,3 Milliarden Yen. Im ersten Geschäftsquartal realisierten 80 Banken allein mit ausländischen Anleihen einen Verlust von insgesamt 25 Milliarden Yen (191 Millionen Euro). Das war acht Mal so viel wie im Vorjahr. Die Hauptursache waren Kursverluste von US-Staatsanleihen.

Nach Ansicht der FSA tragen die Regionalbanken bei Staatsanleihen ein drei Mal größeres Risiko als die großen Finanzgruppen. Falls die Renditen ihrer Anleihen zum März 2018 um 50 Basispunkte zunähmen, überstiegen bei einem Viertel der Institute die entsprechenden Wertverluste den operativen Gewinn aus dem Kerngeschäft.

Foto: Regionalbank Shizuoka Bank (Wikipedia CC BY-SA 3.0)