Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Windelspezialist Unicharm, in Japan die Nummer eins, will im Ausland weiter wachsen. Dafür gelang nun ein wichtiger Zukauf in Südostasien.

Übernahme in Thailand

Für umgerechnet 457 Millionen Euro hat Unicharm den Babywindel-Hersteller DSGT in Thailand erworben. Analysten halten dies für günstig, da der Kaufpreis nur doppelt so hoch ist wie der jährliche Umsatz der DSGT von 8,2 Milliarden Baht (221 Millionen Euro).

Auch strategisch ergibt die Übernahme Sinn: DSGT mit Sitz in Bangkok betreibt Windelfabriken in Thailand, Indonesien und Malaysia. Dort produziert Unicharm selber nicht. Zugleich gehört DSGT mit den Marken BabyLove und Fitti zu den größten Verkäufern von Babywindeln im niedrigen und mittleren Preissegment in Thailand. Damit ist die Konkurrenz durch globale Konzerne wie Procter & Gamble (Marke Pampers) weniger scharf.

Ehrgeizige Ziele für 2020

Unicharm begründete den Zukauf mit dem mittelfristigen Geschäftsplan von 2016, der eine Beschleunigung von Globalisierung und Wachstum vorsieht. Konkret werden ein Umsatz von 800 Milliarden Yen (6,1 Milliarden Euro), eine jährliche Wachstumsrate von sieben Prozent, eine operative Kernmarge von 15 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent bis zum Jahr 2020 angestrebt. Im Vorjahr kam Unicharm auf einen Umsatz von 641,4 Milliarden Yen.

Als größter Hersteller von Erwachsenenwindeln gehört Unicharm zu den Nutznießern der alternden Gesellschaft in Japan. Ungeachtet der schrumpfenden Bevölkerung erwarten Analysten beim Absatz dieser Produkte weiteres Wachstum in Japan. Gleichzeitig hat Unicharm frühzeitig auf Expansion in Asien gesetzt und dort das klassische Geschäft mit Babywindeln forciert. Zu den Stärken gehören die Sparte mit Tierpflegeartikeln sowie das Geschäft mit Hygieneprodukten für Frauen in China.

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