Tokio (JAPANMARKT) – Der Nachfolger der Freihandelszone NAFTA erspart Japans Autobauern in Nordamerika erhöhte Zölle. Aber bei der Produktion gibt es weniger Optionen.

Neues Abkommen

USMCA oder NAFTA 2.0 heißt das neue Abkommen für den zollfreien Warenverkehr zwischen Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten. Damit verschwindet vor allem für die deutsche und japanische Autoindustrie die Unsicherheit über den Export von in Mexiko und Kanada produzierten Autos in die USA. Davon stammten zuletzt 1,5 Millionen von japanischen Herstellern, die nun weiter ohne Zoll über die Grenze dürfen. Das entspricht jedem fünften in den USA verkauften japanischen Fahrzeug.

Der Vizechef von Toyota, Didier Leroy, sagte der Financial Times, der neue Freihandelsvertrag berühre Japans größten Autobauer kaum. 70 Prozent aller in den USA verkauften Toyota-Modelle stammten aus den drei NAFTA-Ländern, man importiere nur Nischenmodelle, erklärte Leroy.

Allerdings hat Toyota in diesem Jahr eine Milliarden-Investition in kanadische Fabriken angekündigt und baut auch die Produktion in Mexiko aus. Nissan und Daimler haben erst Ende 2017 ein Werk in Mexiko in Betrieb genommen. Einer Ausweitung der Kapazität werden jedoch Grenzen gesetzt, denn von Mexiko aus dürfen künftig maximal 2,6 Millionen Fahrzeuge in die USA exportiert werden.

Regionale Wertschöpfung

Außerdem wurde bei NAFTA 2.0 für in Nordamerika hergestellte Fahrzeuge der regionalen Wertschöpfung von 62,5 Prozent auf 75 Prozent erhöht. Diese Quote muss spätestens 2023 erreicht werden. Andernfalls müssen die Importeure Zoll zahlen. Die Hersteller müssen also genau rechnen, was sie teurer kommt – mehr Teile lokal herstellen oder den Zoll berappen.

Die Produktion in Mexiko wird noch durch eine weitere Änderung weniger attraktiv. Mindestens 40 Prozent der Autoteile müssen aus Fabriken stammen, in denen die Arbeiter einen Stundenlohn von mindestens 16 Dollar erhalten. Das ist in Mexiko nicht der Fall. Von der neuen Vorgabe erhofft sich die Trump-Administration eine Verlagerung der Produktion in die USA.

Foto: Produktion von Motoren bei Toyota in den USA (Toyota USA)