Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Wissenschaftler haben einen Herzschlagsensor entwickelt, der sich auf die Haut aufkleben lässt und ohne Batterie auskommt.

Aufzeichnung über die Haut

Die ständige Überwachung von lebenswichtigen Funktionen von Menschen wird bisher dadurch erschwert, dass die Geräte relativ groß sind und eine Batterie brauchen. Das trifft auch für viele Smartwatches zu, die inzwischen ebenfalls die Funktion der Pulsbeobachtung integriert haben.

Doch Wissenschaftler des japanischen RIKEN-Instituts und der Universität Tokio haben nun organische elektrochemische Transistoren, mit denen sich zum Beispiel elektrokardiografische Signale über die Haut aufzeichnen lassen, mit organischen Solarzellen auf einem ultradünnen Substrat kombiniert.

Anhand von Experimenten mit Ratten stellten die Forscher fest, dass eine Lichtstärke von 10.000 Lux für den Betrieb des Herzschlagmonitors ausreichte. Das entspricht an einem sonnigen Tag etwa der Lichtstärke im Schatten. Der Sensor funktionierte ohne den bisher notwendigen Akku sogar besser, da es keine störenden Signale durch elektrische Kabel mehr gibt.

Medizinische Überwachung

„Dies ist ein schöner Schritt auf dem Weg zur Herstellung von eigenständigen medizinischen Überwachungsgeräten, die an menschlichem Gewebe angebracht werden können“, erklärte Kenjiro Fukuda vom RIKEN Center for Emergent Matter Science. Für die Praxistauglichkeit müsse man jetzt noch an der Übertragung der digitalen Daten arbeiten.

Die Basis für solche Geräte hatten die Forscher mit der Entwicklung einer Solarzelle aus einem organischen, halbleitenden Polymer gelegt, der auf einen dünnen, weichen, abwaschbaren Kunststoff aufgetragen wird (JAPANMARKT berichtete). Diese Einheit lässt sich direkt auf die Haut kleben. Die stromerzeugende Zelle selbst ist nur 1 Mikrometer dick.

Foto: Pulssensor auf einem Finger (Riken)