Tokio (JAPANMARKT) – Der Nobelpreis für Medizin geht zur Hälfte an den Japaner Tasuku Honjo. Prompt sprangen die Aktien des Pharmaherstellers Ono nach oben.

Aktie auf Zehnjahreshoch

Die Anteile kletterten bis Mittwochmittag auf ein Zehnjahreshoch, bevor es zu Gewinnmitnahmen kam. Das japanische Unternehmen arbeitet nämlich seit bald drei Jahrzehnten mit dem Wissenschaftler Honjo zusammen. Unter anderem arbeiten Ono-Angestellte in seinem Labor.

Der Nobelpreis wurde Honjo und dem US-Amerikaner James Allison für ihre Forschungen zur Stimulierung des Immunsystems gegen Krebszellen verliehen. Auf der Basis der Erkenntnisse von Honjo hatte Ono zusammen mit dem US-Unternehmen Bristol-Myers Squibb das Medikament Opdivo entwickelt.

Die Arznei ist seit 2014 auf dem Markt und soll in diesem Jahr Erlöse von 90 Milliarden Yen (687 Millionen Euro) erzielen. Der gesamte Markt für diese revolutionäre Krebstherapie soll bis 2025 um den Faktor fünf auf rund 44 Milliarden Dollar wachsen.

Extrem hoher Verkaufspreis

Allerdings wird das Potenzial dieser neuartigen Arzneien durch den kleinen Patientenkreis und die hohen Kosten begrenzt. Erstens muss Opdivo in der Regel mit anderen Mitteln kombiniert werden und zweitens kostet die Behandlung mehr als 30 Millionen Yen (229.000 Euro) jährlich. Eine einzelne 100-Milligramm-Flasche kostet allein 730.000 Yen. Das Gesundheitsministerium in Tokio hatte daher im Februar 2017 den Erstattungspreis von Opdivo vorzeitig um die Hälfte gesenkt.

Nach einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei erwartet Ono über den direkten Verkauf hinaus noch 40 Milliarden Yen an Lizenzeinnahmen. Opdivo bringt also einen großen Anteil des erwarteten Jahresumsatzes von 277 Milliarden Yen ein. Die Börse hat diese Wachstumsaussicht bereits vorweggenommen. Die Marktkapitalisierung von Ono hat sich seit 2016 verdoppelt. Zu den Konkurrenten von Opdivo gehört auch das Mittel Bavencio des deutschen Herstellers Merck.

Foto: Opdivo (Bristol-Meyer-Squibb)