Tokio (JAPANMARKT) – Der Internationale Flughafen von Kansai hat sich von seinen Taifun-Schäden schnell erholt. Nun droht ein Streit über die Kosten der Katastrophe, der sich auch auf die Privatisierung der japanischen Flughäfen auswirken könnte.

Schnelle Wiederinbetriebnahme

Am 4. September hatte der Taifun Jebi den Flughafen lahmgelegt – die Start- und Landebahnen wurden überflutet, der Strom fiel aus, die einzige Brücke von der künstlichen Flughafen-Insel zum Festland wurde durch ein Schiff beschädigt und musste schließen (JAPANMARKT berichtete). Trotzdem erreichten die Passagierzahlen zweieinhalb Wochen später wieder das Niveau des Vorjahres.

Die Wassermassen des Taifuns entblößten jedoch die Schwächen in der Infrastruktur des Flughafens: Die Befestigungswälle der künstlichen Insel waren für die starken Wellen nicht hoch genug. Das elektrische Umspannwerk und andere wichtige elektrische Versorgungseinrichtungen fielen aus, weil sie in Kellern untergebracht sind. Wie beim Tsunami am AKW Fukushima war mit den selten hohen Taifunwellen ein Fall eingetreten, den die Bauherren für unmöglich gehalten hatten.

Streit um die Reparaturkosten

Trotzdem gibt es jetzt Streit darum, wer die Kosten der Reparaturen zahlen soll. Der Flughafenbetreiber Kansai Airports – ein Joint Venture von Vinci aus Frankreich und Orix aus Japan – haftet bei Naturkatastrophen laut dem Privatisierungsvertrag nur für Schäden von maximal 10 Milliarden Yen (77 Millionen Euro). Den Rest muss der eigentliche Flughafenbesitzer, die staatliche New Kansei International Airport Company, übernehmen.

Aber der japanisch-französische Flughafenbetreiber hat laut japanischen Presseberichten zugegeben, dass man nur auf Erdbeben und Tsunami vorbereitet gewesen sei. Die Schutzmauern sollen erhöht werden. Auch wird nun überlegt, die elektrischen Einrichtungen auf die Oberfläche zu verlegen, wobei die Kostenfrage ebenfalls nicht geklärt ist.

Dennoch scheint es absurd, dem neuen Betreiber vorzuwerfen, er habe nicht für einen außergewöhnlichen Taifun vorgesorgt. Schließlich ist der Flughafen schon seit 1994 in Betrieb. Sollte die Regierung den privaten Betreiber für die alten Konstruktionsfehler haftbar machen, wären die laufenden Privatisierungen von japanischen Flughäfen daher wohl gefährdet.

Foto: Kansai Airport (Wikipedia CC BY-SA 2.0)