Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Softbank Group will Presseberichten zufolge die Mehrheit am US-Bürovermieter WeWork übernehmen. Doch es gibt berechtigte Zweifel an diesem Vorhaben.

Größte Start-up-Investition

Softbank ist aufgrund ihres 92 Milliarden Dollar schweren Vision Fund der weltgrößte Technologieinvestor und verfügt damit über mehr Geld als jeder andere Kapitalgeber. Nun verhandeln Softbank und der Fonds laut einem Bericht des Wall Street Journal über eine Mehrheitsbeteiligung an WeWork.

In diesem Fall müsste Unternehmenschef Masayoshi Son bis zu 20 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Sollte es dazu kommen, wäre dies eines der größten Finanzierungsgeschäfte bei einem Start-up. An der Börse in Tokio kam die Nachricht nicht gut an: Die Anteile von Softbank stürzten mehr als fünf Prozent ab.

Softbank-Chef als WeWork-Fan

Außer beim britischen Chipdesigner ARM haben Softbank und ihr Vision Fund sich bisher auf Minderheitsbeteiligungen beschränkt. Doch Softbank-Gründer Son gilt als Fan von WeWork. In Japan werden die Jungunternehmen im Portfolio der Softbank Group angehalten, ihre Schreibtische bei WeWork zu mieten. Der 61-jährige Investor hat sich wohl auch vom Ehrgeiz von WeWork-Gründer Adam Neumann überzeugen lassen. Der will das Geschäftsmodell von Büros auf Apartments, Fitnessstudios und Schulen erweitern.

Neumann und Miguel McKelvey gründeten WeWork 2010 mit der Strategie, Büroflächen für 10 bis 15 Jahre zu leasen, Schreibtische und Trennwände aufzustellen, Getränke kostenlos anzubieten und die Schreibtische einzeln oder im Verbund vor allem an junge Unternehmen oder Selbständige monatsweise als Co-Working-Flächen zu vermieten.

Inzwischen bietet WeWork weltweit 265.000 Schreibtische in 287 Gebäuden in 77 Städten an, darunter auch Berlin, Frankfurt, München und Hamburg. Doch das Geschäftsmodell unterscheidet sich letztlich nur wenig von anderen Anbietern von Büroflächen. Bei einer Rezession könnte der Cashflow von WeWork schnell leiden.

Foto: WeWork-Bürofläche in Ginza (Steven Morin/WeWork)